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  Reisebericht Schottland 2015 (5)

 

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Dienstag, 22.09.2015 - Poolewe (SCO)

Vielleicht liegt es am Eilean Donan Castle, welches unweit unseres Campings seit Jahrhunderten im Loch Duich protzt. Vielleicht aber auch nur am Nachtessen von gestern. Auf alle Fälle habe ich eine unruhige Nacht hinter mir.
Also krieche ich schon lange vor den ersten Sonnenstrahlenm aus der Koje. Der Reraig Caravan Site, welchen wir gestern bewusst oder unbewusst angesteuert haben, und schätzungsweise Platz für achtzig Wohnmobile bietet, ist mit den aktuell sechs Wohnmobilen alles andere als gut besucht.
Nach einem ausgiebigen Frühstück biegen wir auf die Hauptstrasse ein und fahren in Richtung Dornie.
Nach wenigen Minuten öffnet sich der Blick auf das imposante Eilean Donan Castle. Der grosse Parkplatz am Ufer des Loch Duich verweist auf die Touristenströme, welche dem Schloss im Hochsommer einen Besuch abstatten. Heute, am frühen Morgen, stehen nur ein paar wenige Besucher auf dem Parkplatz und bestaunen das Schloss. Die Flut führt dazu, dass das Schloss, welches eigentlich auf einer kleinen Landzunge steht, auf einer Insel steht. Diente das imposante Schloss nach dem Bau im Jahre 1220 als Festung im Kampf gegen die mordenden Wikinger, empfängt es heute Filmteams und dient als Kulisse für Filme wie Highlander, Braveheart oder James Bond – Die Welt ist nicht genug. Zwischendurch wurde das Schloss durch die englische Fregatte bis auf die Grundmauern zerstört.
Das beliebte Fotoobjekt muss natürlich auch durch uns in das richtige Licht gerückt werden. So schiessen wir breit- und hochformatig, mit und ohne Dekoration im Vordergrund, von links, von rechts, von oben und von ganz unten, am Ufer des Sees, auf das Schloss. Leider will das Wetter nicht so recht, und die ausgebreitete Wolkendecke sorgt für diffuses Licht.
Als wir wieder zu unserem Landi zurückwollen, hat sich eine kleine Menschentraube um unser Fahrzeug gebildet. Immer wieder werden wir von den Britten wegen unserem Fahrzeug angesprochen, da es den 130er Defender auch hier kaum gibt und mit einer Wohnkabine, hier in Grossbritannien, schon gar nicht. Mir ist diese Aufmerksamkeit immer ein wenig peinlich, und so schreite ich eher zaghaft zum Fahrzeug. Sofort werden wir von den Britten in ein Gespräch verwickelt. „Von wo aus der Schweiz kommt Ihr?“ „Wie genau wir die Wohnkabine abgenommen?“. Nach der kurzen Unterhaltung setzen wir unsere Reise auf der Western Ross Coastal Trail fort. Die Strasse führt ohne grosse Richtungsänderungen in Richtung Nord-Westen. Zuerst passieren wir das Loch Dughaill. Der über 2 Kilometer und 500 Meter breite grenzt an keine Ortschaft. Die typische Landschaft der Highlands breitet sich an den Ufern aus und natürlich die Strasse, welche zusammen mit der Trasse der Eisenbahn das Nördliche Ufer traversiert.
Bei Achnasheen kommen wir zu einem Kreiselverkehr. Verkehrsmässig sind die Strassen so hoch im Norden schon stark ausgedünnt. Der Moderne Kreisel steht entsprechend einsam und ein wenig deplatziert in der Landschaft. Wir nehmen die zweite Ausfahrt und folgen der A832 in westliche Richtung.
Kurze Zeit später passieren wir das Loch a`Chroisg. Vielleicht hat sich Nessie in dieses langgezogene Loch verkrochen. Anders können wir uns die gänzliche Umzäunung des Gewässers nicht vorstellen.
Nun ist es nicht mehr weit zu unserem Etappenziel, dem Loch Maree, Heimat seltener Enten und des See-Adlers.
Vorher machen wir noch bei einem uralten Eichenwald halt. Hier führt ein kleiner Lehrpfad durch die Baumriesen. In einem Besucherzentrum kann man sich bestens über die Natur informieren. Zum Beispiel wird die Vogelwelt detailliert erklärt.
Kaum haben wir den Eichenwald verlassen taucht zu unserer rechten Seite das Gewässer des Loch Maree auch schon auf. Eine kleine Insel steht markant im dunklen Gewässer. Es ist eine von fünfundzwanzig Inseln, die sich fünfundzwanzig Kilometer langen Gewässer tummeln. Der See ist vor langer Zeit entstanden, als ein grosser Gletscher zurückzog. Am Ufer erstreckt sich ein grosses Waldschutzgebiet, das Beinn Eighe Gebiet, mit altem, kaledonischem Kiefernwald.
Eine grosse, hölzerne Tafel mit der Aufschrift „Glas Leitir Trails“ kündigt den Parkplatz für unsere Wanderung an. Wir ignorieren das Schild Unsuitable for coaches & caravans und finden auf dem Schotterplatz einen passenden, eben einen suitable für Landi Parkplatz.
Ein kleines Besucherzentrum informiert über die beiden Wanderwege, den „Mountain Trail“ und den „Woodland Trail“. Mountain tönt steil und anstrengend, also entscheiden wir uns für den Woodland.
Auch dieser Weg führt uns zuerst nach oben, so dass wir schon bald mit einem tollen Überblick über das Loch Maree belohnt werden. Der kleine Pfad führt durch malerischen, kalten Regenwald und führt über märchenhafte Farnwiesen. Umgestürzte Baumstämme sind über und über mit Moosen, Farnen und Gräsern bewachsen.
Danach setzen wir die Reise fort bis nach Poolewe, wo wir einen Campingplatz am Loch Ewe finden.

Reraig Caravan Site in Balmacara
Schopftintling
 

Eilean Donan Castle

Beinn Eighe Farne im Beinn Eighe
Das... ..Detail zu betrachten... ...lohnt sich.
Beinn Eighe und Loch Maree Wanderweg im Beinn Eighe Farbenpracht
Kalter Regenwald Beinn Eighe mit Regenbogen Camping and Caravanning Club am Loch Ewe
 

Mittwoch, 23.09.2015 - Durness (SCO)

Am frühen Morgen öffne ich die Kabinentüre. Feucht-Nasse Luft strömt mir entgegen.
Der Inverewe Gardens Poolewe ist einer der zahlreichen Club-Campingplätze, wo die Mitglieder von Vorzugspreisen profitieren können. Dank der schottische Freundlichkeit können aber auch wir, als Nicht-mitglieder, ab- und zu den Vorzugspreis geniessen.
Auch hier ist es nicht anders, wobei der freundliche Schwaz mit dem Pächter des Campingplatzes vielleicht etwas Mithilft. John habe während Jahren in den LandRover Werken im britischen Solihull gearbeitet. Entsprechend bewunder er unser Vehikel. Jetzt eine Panne, und wir währen exakt am richtigen Ort.
Der Campingplatz leitet seinen Namen von einem der nördlichst gelegenen, botanischen Gärten ab, welcher unweit des Areals vom warmen Golfstrom profitiert.
Die für diesen Breitengrad völlig untypische Bepflanzung lockt vor allem in den Sommermonaten zahlreiche Touristen an.
Regen und Nebel begleiten uns auf dem ersten Stück unserer Weiterreise in den hohen Norden von Schottland. Es macht bei diesem Wetter keinen Sinn, den sicherlich schön angelegten Inverewe Garden zu besuchen. Also lassen wir das botanische Wunderwerk mit seinem für Car und Busse ausgelegten Parkplatz, links liegen. Wir folgen der A832 welche zuerst am Ufer des Loch Ewe entlangführt. Die markante Isle of Ewe, welche jetzt eigentlich auf unserer Höhe sein müsste, können wir wegen Nebel und Regen nicht erkennen.
Nur selten können wir einen Blick auf die hügelige Umgebung werfen, bloss einen kleinen Wasserfall wollen wir uns aus der Nähe anschauen. Natürlich versinken wir dabei mit unserem Schuhwerk im durch getränkten, sumpfigen Moor. Das Wasser des Bächleins läuft übermehrere Cascaden durch das Moor. Die Landschaft auf Meereshöhe erinnert hier stark an mitteleuropäische Hochmoore, wie man sie dort in 2`000 Meter Höhe findet.
Auch als wir etwas Später zu einem Sandstrand an der Gruinard Bay kommen, ist das Wetter noch nicht viel besser. Der nordatlantische Ozean verliert in der Bucht seine ungestüme Gewalt. Kleine Wellen brechen auf den Sandstrand. Im Hochsommer kann man hier aber bestimmt ein vergnügliches Bad nehmen.
Als wir Ullapool, ein kleines Hafenstädtchen mit weisser Häuserzeile erreichen, beginnt sich das Wetter allmählich zu bessern. Schnell finden wir bei einem Supermarkt einen Parkplatz, der es uns erlaubt, unseren Landi über einen längeren Zeitraum abzustellen. Gleichzeitig haben wir im Markt die Möglichkeit, unsere Essensreserven wieder aufzufüllen. Wir kaufen im Supermarkt ein und laufen anschliessend der Hafenpromenade entlang, welche von strahlen weissen Häuschen flankiert wird. Im Hafenbecken entdecken wir dabei einige recht grosse Kronenquallen. Die hochgiftigen Glibbertiere werden immer Häufiger in nördlichen Buchten gesichtet. Viele Fischerboote dümpeln im Hafenbecken. Netze werden repariert und die Boote werden für die kommende Nacht bereitgestellt. Ullapool ist mit etwas über 1500 Ein-wohnern die grösste Siedlung in den Nordwestlichen Highlands. Wie vor zweihundert Jahren, als die Stadt zum Zentrum des Hering-Fangs ausgerufen wurde, ist der Hafen auch heute noch der Zentrale Ort. Sei es als Treffpunkt, Arbeitsplatz oder als Ankunfs- oder Abfahrtsort. Die Fähren bringen Besucher auch Stornoway oder Lewis in das Städtchen. Im örtlichen Restaurant-Pup "The Seaforth" essen wir Fish and Chips. Köstlich! Das Interieur verschenkt typische Schottland-Pup Atmosphäre.
Gestärkt setzen wir unsere Fahrt nach ein paar Stunden fort durch weite, unberührte Landschaften und staunen schon bald ab einem alten Gemäuer, welches sich auf einer Landzunge im Loch Assynt erhebt. Das Ardvreck Castle wurde im 15. Jahrhundert von einem MacLeods errichtet. Wind, Wetter und vermutlich auch eifersüchtige Nachbarn haben das Schloss zu dem verkommen lassen, was heute noch in den Himmel ragt.
Nachdem wir ein putziges Schäffchen, welches mitten auf der Strasse ein Nickerchen macht, grosszügig umfahren haben, parken wir auf dem kleinen Besucherparkplatz.
Das Castle steht auf einer kleinen Halbinsel im Loch Assynt. Als wir uns über einen schmalen Hirtenpfad der Schlossruine nähern, peitsch uns starker Wind entgegen.
Da nur noch ein kleiner Teil vom ehemaligen Bauwerk steht, fällt es schwer, sich die früheren Ausmasse des Schlosses vorzustellen. Aufgestellte Tafeln mit Zeichnungen und Aufrissen helfen Ein wenig weiter. Bedingt durch das umgebende Spiel von Sonne, Wolken und rauschender Brandung werden wir aber in eine urtümliche, traumähnliche Stimmung eingelullt. Wir spazieren gemütlich um das Gemäuer herum und betrachten es aus verschiedenen Blickwinkeln.
Das Licht der tiefstehenden Sonne lässt die Landschaft von Sekunde zu Sekunde noch grüner, noch saftiger leuchten und so wird der kurze Beuch zu einem bleibenden Erlebnis.
In Durness beenden wir unsere Tagesetappe auf dem prächtig angelegten Camping Sango Sands. Unseren Landi stellen wir nahe an die tief abbrechende Klippe. Ein Umstand der mich in der kommenden Nacht, wenn der Wind mit aller Kraft gegen die Kanine stösst, etwas unruhig schlafen lässt.
Im Restaurant neben dem Camping geniessen wir ein vorzügliches Nachtessen und beschliessen den Abend zu einer Übertragung der Rugby Weltmeisterschaft im nebenstehenden Pub. Die Schotten sind mit Leib und Seele beim geschehen, welches sich auf dem modernen Flachbildschirm abspielt. Rugby – eine Sportart welche die Nation verbindet.

Kleiner Flusslauf im Moor
Wasserfall
 
Ullapool Hafenbucht in Ullapool Pub
Qualle im Hafenbecken Unberührte Landschaft Der Landy hält sich tapfer
Wetterbesserung Verträumte Landschaft Grenzenlose Weite
Ardvreck Castle Bachstelze Rotbrüstchen
 
Kleines Fels Massiv Camping in Durness  
 

Donnerstag, 24.09.2015 - Thurso (SCO)

Die Nacht haben wir steil über der Meeresbucht von Durness verbracht. Am Morgen gehen wir hinunter zum wunderschönen Sandstrand, wo dunkle, mit Muscheln behangene, Felsen in den Himmel ragen. Wäre es wärmer als die momentan knapp 9°C, würden wir diesen Stranabschnitt wohl längere Zeit geniessen.
Wir verlassen den Camping und fahren schon bald auf sehr schmaler "SingleTrack" in die einsamste Gegend Grossbritanniens. Diese nördlichen Highlands sind kaum bewohnt und ab jetzt sehen wir nur noch sehr vereinzelt Fahrzeuge auf uns zukommen. Wie im ganzen Land verhalten sich die Schotten auch im Strassenverkehr sehr umsichtig und freundlich. Immer halten die Fahrer in einer der Parkbuchten um uns Vortritt zu gewähren. Sogar LKW`s die vor uns fahren halten links an, um uns vorbei zu lassen. Und halten wir einmal an, damit uns ein Einheimischer passieren kann, gibt dieser umgehend Lichtzeichen, dass wir zuerst fahren sollen.
Auf dem langen und einsamen "Single Track" den wir nun fahren, haben wir aber nur noch ein stündliches Kreuzungsmanöver und so kommen wir rasch an das schöne Loch Naver, wo sich die Strasse in vielen Kehren dem Gewässer entlang windet.
Bei Thurso, der nördlichsten Stadt Britanniens, finden wir einen Camping. Wir laufen noch in das recht hübsche Städtchen und beobachten, wie sich zwei Surfer in die unruhige Bucht wagen, um auf den Wellen zu reiten. Ein prächtiger Regenbogen spannt sich am Abend über das Dörfchen.


Blick aus dem Fenster
Aussichtsplatform
 
Strand Fels am Strand Wellenbrecher
     
Verträumte Landschaft Nördliche Highlands Austernfischer
Unterwegs auf Single Tracks Loch Naver Moor- und Wiesenlandschaft
Loch mit bewaldeter Insel Strasse am Loch Naver Schottische Tempobrecher
Küste bei Thurso Camping in Thurso Aussicht auf dem Camping

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