Titelleiste
logoicon
Home
  Reiseberichte
  Reisebericht Marokko 2014

Sonntag, 28.12.2014 - Chefchaouen

Die Fahrt aus Fés führt nun durch Bezirke der Neustadt. Immer wieder Kreisel. Wir haben während der ganzen Reisezeit nicht begriffen, wie da genau der Vortritt geregelt ist (die Marokkaner aber offensichtlich auch nicht). Anscheinend haben wir uns aber ganz gut angepasst, irgendwie kommen wir immer durch. Am Stadtrand geht die Strasse durch einen Wochenmarkt steil nach oben, so dass wir einen tollen Blick über die Stadt haben. Weniger toll sind die gigantischen Müllberge am Rand der Stadt, die sich zu beiden Seiten der Strasse auftürmen. Zahlreiche Reiher, Hunde, Katzen und sogar Kühe wühlen darin nach Essbarem. Der Wind wirbelt Plastiksäcke über die Strasse, es riecht sauer. Marokko hat definitiv ein Problem mit der Müllentsorgung. Bald schon ist die Landschaft wieder reizvoll und die Strasse verläuft in grossen Bögen zum Rif-Gebirge.
Diese Region ist auch bekannt für den Cannabis Anbau. Viele Bauern sind mit ihrem Pferd am pflügen. Vereinzelt sehen wir auch, wie mehrere Bauern mit vorgehängten Säcken im Gleichschritt über das Feld laufen und Saat streuen. Sonntag scheint auch Waschtag zu sein. Viele Frauen sind an kleinen Bachläufen am Wäsche waschen. Überall flattert bunte Kleidung zum trocknen im Wind. Die Leute sind fröhlich und winken uns zu.
Durch saftig grüne Landschaft öffnet sich plötzlich der Blick auf Chefchaouen, welches sich vor uns im schönsten Sonnenkleid zeigt. Der Anblick der weissen Stadt von oben ist wirklich sehr beeindruckend, wir halten an und machen ein paar Fotos.
In Chefchaouen finden wir den Camping Azilan, welcher sich am Hang über dem Städtchen befindet. Der Platz macht einen ordentlichen Eindruck, er liegt direkt am Eingang zum Nationalpark Talassemtane, und wir hoffen auf eine warme Dusche.

Blick zurück auf Fés
Auf Fischfang
Verschiedene Pferdestärken Verkehrsteilnehmer Eine Pferdestärke
Transport Kind mit Esel.. ...und wieder Kind mit Esel
Waschtag Schwere Last Pflügen
Mmmmm... Chef... ..chaouen
 

Montag, 29.12.2014 - Chefchaouen

Wie so oft kommt das beste zum Schluss. Chefchaouen bezaubert mit seinen Gassen und Farben. Noch vor 100 Jahren durften keine Christen die Stadt besuchen. Heute empfängt uns Chefchaouen, oder einfach "Chaouen", wie die Einheimischen die Stadt nennen, mit offenen Armen. Die Leute sind freundlich und nicht aufdringlich. Auf dem heute stattfindenden Wochenmarkt werden Fische, Hühner und Schafsköpfe verkauft. Wir können sogar fotografieren, ohne böse Blicke oder Schlimmeres einzufangen. Uns gehts auf alle Fälle besser als den armen Hühnern, welche mit zusammengebundenen Beinen in allen Lagen auf dem Boden liegen.
Durch einen Torbogen treten wir ein in die Medina, in der Handwerker und Händler ihr vielfältiges Angebot ausgebreitet haben. Wir können uns die Sachen sogar in aller Ruhe ansehen, ohne gleich bedrängt zu werden. Zweimal müssen wir den nächststehenden Marokkaner sogar fragen, ob er der Besitzer des Ladens ist, etwas ganz Neues.
Wir spazieren durch die andalusischen und arabischen Viertel wie durch ein grosses Freilichtmuseum. Es erinnert uns an das griechische Santorini, nur hat hier alles noch etwas mehr Zauber. Die Mauern und Häuser sind alle in tief- bis hellblauer Farbe gestrichen um dann nach oben hin Schneeweiss zu erstrahlen. Sogar einige Bäume sind unten blau gestrichen.
Wir laufen so, kreuz und quer durch eine andere, längst vergangene Zeit und landen schliesslich auf dem Hauptplatz, welcher sich vor der gut erhaltenen Kasbah entfaltet. Hier essen wir etwas und schauen auf das geschäftige Gewusel von Marokkanern und Touristen.
Es folgt eine lustige Taxifahrt zurück nach oben, zu unserem Camping. Eine Einheimische sitzt bereits im Taxi: "Kein Problem, ihr könnt auch noch einsteigen!". Irgendwann wird die gute Frau abgesetzt und der Taxifahrer schenkt uns zwei Orangen. Bei einem Abfalleimer welcher auf der rechten Seite des Fahrzeugs steht hält der Fahrer an und wirft die Orangenschalen im Fahrzeug sitzend von links, über das Dach zum Abfalleimer, welchen er um ein paar Zentimeter verfehlt: "Mist!" Wir muntern ihn auf und meinen, dass es beim nächsten Mal bestimmt klappen wird. Der fröhliche Fahrer plappert auf der ganzen Fahrt mit uns und lässt uns zum abgemachten Preis aussteigen.
Heute machen wir noch Alles parat für die Verschiffung und morgen Früh geht`s zurück zum Fährhafen (Tanger Med).




Eingeramt von Bergen
Markt
Farbpulver
Blau... ..Blauer... ..am Blausten
Händler Gasse Transport
Katze Katze Blau
 
Sogar der Himmel ist blau Camping  
 

Dienstag, 30.12.2014 - Tanger Med (Verschiffung)

Das Rifgebierge erstrahlt saftig grün unter blauem Himmel. Die Fahrt geht durch prächtige Täler über gut ausgebaute Strassen. Überhaupt scheint uns die Infrastruktur im Norden des Landes fortgeschrittener als in anderen Landesteilen. Die Häuser sind meistens sogar gestrichen und fast immer fertig gebaut. Für die Bahn hat es sogar moderne Viadukte und die grössere Städte haben asphaltierte Gehwege. Ob der Reichtum vom Canabisanbau kommt? Bei einem Geschäft halten wir an. Hier nun endlich kaufen wir ein paar Flaschen Arganöl oder "marokkanisches Gold", wie es auch genannt wird.
Bald schon sehen wir das Mittelmeer und die Strasse geht in engen Serpentinen abwärts. Zahlreich sind nun langsame, schwer beladene LKW`s unterwegs. Bei einer engen Kurve, als wir auf der doppelspurigen Fahrbahn aussen überholen wollen, werden wir um ein Haar seitlich angefahren, als ein LKW ohne Vorwarnung ausschwenkt. Ein Schlenker ins Grüne bewahrt uns vor Schlimmerem. Das Schlimme wartet aber schon bei der Einfahrt zum Hafen, beim Zollhäuschen, auf uns. Es trägt einen offiziellen Ausweis, weist uns auf einen Parkplatz, fragt nach unseren Pässen und bevor wir merken, dass hier kein offizieller Zöllner sein Werk verrichtet, verschwindet das "Schlimme" mit unseren Pässen und Fahrzeugdokumenten im Zollhäuschen.
Das alles hätten wir natürlich selber machen können, Zeit haben wir ja genug... man hat nie, aber auch wirklich nie ausgelernt.
Nun gut, das "Schlimme" kommt zurück, "ich habe alles erledigt, hier sind Ausweis, Fahrzeugpapiere, Tickets...", "Besten Dank, Tsch..."- "das macht dann 50-ig!!!"-"Ah gut, 50 Dirham, kein Prob..." - "EURO!!!" - "WAS! Sind sie noch bei Sinnen!!! 50 EURO für 3 Minuten Arbeit!!!!!" - Nun, letztlich geben wir ihm ein Bruchteil vom Verlangten, trotzdem ist in diesem Falle jeder EURO ein EURO zu viel... Wir fahren nun noch durch zahllose Kontrollen, dabei ist auch eine teure Röntgenanlage für das Fahrzeug. Alles scheint uns sehr gut organisiert, besser als auf italienischer Seite.
Ohne lange zu warten, fahren wir auch schon auf die Fähre und lassen das Fahrzeug am Strom anschliessen.

Mittwoch, 31.12.2014 - Auf See

Wunderbares Wetter auf der ganzen Fahrt. Wir sitzen an Deck und lesen. Am Abend folgt eine sternenklare Einfahrt in den Hafen von Barcelona. Wir stehen hoch oben auf dem Deck, ein prächtiger Ausblick. Wir teilen das für 1`600 Passagiere gebaute Schiff mit 248 anderen Passagieren als wir den Hafen um etwa 21.00 Uhr wieder verlassen. Gegen Mitternacht sehen wir an der spanischen Küste vereinzelt Feuerwerke: "ALLES GUTE FÜR DAS NEUE JAHR!".

Donnerstag, 01.01.2015 - Auf See

Als wir am offenen Gebetsraum vorbeilaufen, fällt uns auf, dass Mekka nun nicht mehr gegen die Wand (Wie bei der Hinfahrt), sondern gegen den Gang liegt. Beim vorbeilaufen starren uns nun also die Augen der Betenden an, bei der Hinfahrt war das doch der... Nun ja, auf alle Fälle haben wir nun wieder schönstes Wetter und auch vor der französischen Mittelmeerküste verbringen wir viel Zeit an Deck.

Freitag, 02.01.2015 - Livorno/Pisa

Wie schon bei der Hinfahrt waren wir auch auf dieser Reise meistens die Einzigen, welche sich im Restaurant "A la Carte" verpflegt haben. Der nette Kellner aus Kolumbien, mit welchem wir ein paar gute Gespräche an Bord hatten, und dem wir zum Abschied eine feine Schweizer Schoggi gegeben haben, will uns heute auf seine Art danken. Die Zollbehörde kommt an Bord und er führt uns durch, sagen wir mal "dem Schiffspersonal vorbehaltene" Korridore zur Zollbehörde, damit wir frühzeitig dort sind. Nun, das hätte natürlich nicht sein müssen. Umso mehr tut er uns dann leid, als er vom Vorgesetzten deswegen eine zünftige Brause einfängt.
Wir müssen noch ein etwa 5 x 8 cm grosses, schräg zugeschnittenes Papierchen ausfüllen mit Name und Geburtsjahr. Alles Sachen die auch im Pass stehen. Das Zettelchen und den Pass müssen wir nun der Zollbehörde zeigen, welche das Zettelchen und den Pass kontrolliert, abstempelt und wieder zurückgibt.
Über die Rolltreppe, die nicht rollt gehen wir hinunter zum Deck vier, starten den Motor und fahren über die Rampe an Land, wo uns das Zettelchen aus dem Pass gezogen wir (Alles ganz lustig aber auch sinnfrei). Wir beantworten die Frage, ober wir auf Tanger oder Barcelona kommen mit "Tanger" und werden von nun an überall durch gewunken.
Bei einer Flussmündung in Pisa finden wir einen tollen Stellplatz, der Letzte auf unserer Reise.

Samstag, 03.01.2015 - Auf See

Wir schauen uns noch kurz in der Umgebung des Stellplatzes um und fahren anschliessend Richtung Gotthard. Mit vielen Eindrücken, Gedanken und mehrheitlich wunderschönen Erinnerungen erreichen wir die in Nebel, Regen und Schnee gehüllte Schweiz. Einfahrt ins Quartier, rückwärts über einen grossen Schneehaufen auf den Abstellplatz, Motor aus, die lange Heimreise ist geschafft....



Rifgerbirge
Blick zurück nach vorn
Rampe im Schiffsrumpf
 
Abfahrt Sonnendeck Menschenleer
Barcelona Stellplatz in... ..Pisa

Zurück zum Anfang

Zurück zu Teil 10

Zurück zur Übersicht

 


1.-3. Tag - Bangkok 4.-6. Tag - Phitsanulok 7.-12. Tag - Chiang Mai 13.-19. Tag - Ao Nang