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  Reisebericht Marokko 2014

 

Montag, 01.12.2014 - (Mittelmeer)

Die M/S Ikarus kennen wir bereits recht gut. Trotzdem haben wir uns heute Morgen wieder einmal auf dem 200 Meter langen Kahn verlaufen. Das Schiff wurde Ende der 90er Jahre gebaut. Nachdem das Schwesterschiff bei einem Brand zerstört wurde, hat die frühere Reederei dieses 1`600 Passagiere fassende Schiff der Minoan Lines, einer Tochter der Grimaldi Lines, verkauft. Mitten in der Nacht hat die Ikarus Barcelona verlassen und am Morgen dringen erstmals Sonnenstrahlen in unsere Kabine.
Ansonsten verläuft der Tag wieder nach dem selben Muster: essen, Barbesuch, lesen, Deckeninspektion... Einzig der Abend bringt Abwechslung, in dem der nette kolumbianische Kellner im Restaurant à la Carte auch noch andere Gäste als uns begrüssen kann.

Sonnenuntergang, die Richtung stimmt
 

Dienstag, 02.12.2014 - Tanger

Morgens um zwei weckt uns der strenge Wellengang. Da wir in der vordersten Kabine liegen, geht`s richtig doll auf und ab. Am frühen Morgen aber beruhigt sich die See und vom Himmel glitzern die Sterne.
Nach dem Frühstück geniessen wir die Sonne an Deck und sehen wie sich die Kontinente Europa und Afrika bei Gibraltar zuwinken. Die Fahrt an den gigantischen Felsen und den zahlreichen Frachtschiffen und Tankern vorbei führt uns schliesslich zum Fährhafen von Tanger, welcher etliche Kilometer östlich der Millionenmetropole liegt. Auf dem Schiff sind fast ausschliesslich Marokkaner. Diese freuen sich riesig auf ihre Heimat und stehen entsprechend schon früh in einer Schlange zur Rolltreppe, welche zu den Fahrzeugdecks führt. Das heraus manövrieren aus dem Schiffsrumpf (mit viel Gehuppe), die Zollabfertigung und das Verlassen des Hafens, das alles ist nach etwa 90 Minuten erledigt und ein breites Teerband führt uns westwärts. Schon bald winkt uns vom Strassenrand ein Bancomat zu. Endlich können wir uns ein paar Dirham, das ist die Landeswährung (10 Dirham sind etwa 1 sfr), besorgen.
Die dreispurige Nationalstrasse durch Tanger endet wegen einer der zahlreichen Baustellen direkt bei einer Tankstelle. Wir können weder vor noch zurück, letztlich landen zahlreiche Fahrzeuge in dieser Sackgasse, also nutzen wir die Gelegenheit, unseren halbvollen Tank zu füllen. Den Liter gibt`s hier für etwa 10 DH.
Als Nächstes wollen wir den Marjane, einer der grössten Supermärkte des Landes ansteuern, um uns mit dem Nötigsten einzudecken. Auf dem riesigen Parkplatz kommt uns sogleich ein bettelnder, etwa 12 jähriger Junge in schmutzigen Lumpen entgegen. Wir beratschlagen kurz, wie wir künftig mit solchen Situationen umgehen wollen? Der Junge gibt uns zu verstehen, er habe Hunger und nichts zu essen. Also, werden wir Ihm etwas zu Essen bringen. Wir deuten ihm an, hier zu warten. Den Parkwächter fragen wir, ob unser Auto hier sicher steht? Kein Problem, er werde zum Rechten schauen.
Der Supermarkt ist riesig. Vorwiegend gut betuchte Marokkaner füllen die rostigen Einkaufswägen mit westlichen Artikeln. Es soll hier auch Wein geben, also fragen wir danach. "Das war einmal. Alkoholische Produkte wurden zwischenzeitlich aus dem Sortiment entfernt."
Na gut. Zurück beim Fahrzeug ist der Junge verschwunden und der Parkwächter hat vor unserem rechten Vorderreifen den Teppich ausgelegt und betet.
Ein weiterer Bettler spricht uns an. Er komme aus Casablanca und habe nichts zu essen. Ihm geben wir ein Sandwich.
Eigentlich wollten wir noch etwas weiter gegen Süden fahren, aber wir haben für`s Erste genügend Eindrücke gesammelt. Also steuern wir den Camping Achakar an, welcher beim Zugang zu den Herkulesgrotten liegt. Hier soll der Sage nach Herkules einen grossen Kampf ausgetragen haben.
Vermutlich hat er es eben wieder gemacht, denn die Grotte ist wegen Aufräumarbeiten geschlossen.
Im angrenzenden Café geniessen wir unsern ersten marokkanischen Whisky, den süssen Minzentee.

Der Felsen von Gibraltar
Die afrikanische Küste
 
Jeder sucht sein Fahrzeug Mit voller Last voraus Camping Achakar
Südliche Flora Hibiscus Strand beim Camping
 

Mittwoch, 03.12.2014 - Moulay Bousselham

Eine kalte Dusche läutet den Morgen ein. Der Camping hat kein Warmwasser. Unser nächstes Ziel befindet sich in etwa 120 km Entfernung. Wir möchten die Autobahn wann immer möglich auslassen und fahren über die gut ausgebaute Küstenstrasse N1 in Richtung Larache. Die Landschaft ist ausgesprochen Grün, bestückt mit südlicher Flora. Am Strassenrand wird frischer Fisch oder Huhn angeboten, indem einem die Tiere entgegengestreckt werden. Wir fahren durch grössere und kleine Ortschaften, viele mit ärmlichen Behausungen. Nach über zwei Stunden erreichen wir eine breite, geschotterte Zufahrt, die zum Campingplatz "Flamants Loisirs " in Maulay Bouselham führt. In den 90 DH für den Platz sollte auch Strom inbegriffen sein, doch der funktioniert nicht. Ist nicht schlimm, unsere Batterien sind voll.
Wir richten uns ein und laufen anschliessend ins Städtchen, welches etwa 1km vom Camping entfernt ist. Unterwegs treffen wir auf einen Hirten. "As salamu alekum", "wa alekum as-salam". Im Dörfchen kommt uns Mohamed entgegen. Er hat ein wettergegerbtes, dunkles Gesicht, dürfte um die 70ig sein und trägt eine alte Schweizer Skilehrer Jacke, in rot mit Walliserwappen auf den Ärmeln und Werbung für ein Schweizer Getränk. Auf französisch redet er auf uns ein... Doch, wir lassen uns gerne von ihm sein Heimatdorf zeigen. Auf die Frage, ob wir hier irgendwo ein Glas Wein bekommen können, führt er uns durch steile, verwinkelte Gassen vor ein Privathaus. Eine Dame in unserem Alter tritt hinaus. Sie reicht uns im versteckten sechs Flaschen marokkanischen Rotwein durch. Gleich hinter uns steht bereits ein Einheimischer an. So wird das also gemacht, im arabischen Raum...
Wir laufen durch einen kleinen Souk (Markt), und decken uns mit Früchten ein. Wunderschön, die Stände mit verschiedenen Gewürzen. Die Hühner werden lebend über die Theke gereicht.
Von einem Platz vor der Moschee kann man wunderbar die Lagune überblicken. Nun gehen wir noch hinunter an`s Meer und verabschieden uns von Mohamed, dem geschäftigen, redsamen Begleiter.
In einem Restaurant am Ortsausgang geniessen wir das Abendessen. Als wir uns auf den Rückweg machen, ist es bereits dunkel und es beginnt wie aus Kübeln zu regnen.

Erster Fund: Afrikanischer Pillendreher
 
Am Strassenrand passieren Dinge Fahrt auf der N1 Marjane Einkaufszentrum
Kuhreiher Da hat unser Landy eine Riesengaudi Carole geniesst die Sonne
Campingplatz "Flamants Loisirs " Moulay Bousselham Kiosk
Bucht und Lagune von Moulay Bousselham Zur Weinverkäuferin Links Waschtisch, rechts Hühnerstall
 
Der Souk von Moulay Bousselham Mohamed und René  

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