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  Reisebericht Schottland 2015 (6)

 

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Freitag, 25.09.2015 - Helmsdale (SCO)

Abwassertank eingeräumt, Lüftungsdeckel aufgeschraubt, Wetterfühler "Sven" von unserer Wetterstation verstaut, alle Schranktüren sicher geschlossen - und schon könnte unsere Reise fortgesetzt werden. Wäre da nicht noch der Schriftzug einer berühmten Einkaufskette, welcher uns aus der Ferne anlacht. Also, machen wir uns noch zu Fuss auf, um frisches Brot und sonstige, überfällige Artikel einzukaufen, die wir anschliessend in unserer zweckmässig eingerichteten Kabine verstauen.
Feiner Nieselregen hat uns mit angenehmen Trommeln durch die Nacht begleitet. Als wir nun gegen Mittag weiterfahren, hat sich die Wolkendecke etwas gelöst und die flach unter Wolkenfetzen durchscheinende Sonne zaubert einen Regenbogen in den Himmel. Die Landschaft hat sich im Nort-Osten Schottlands schlagartig verändert. Mit hohem, gelbem Gras bewachsene Dünen prägen das Ufer zu unserer linken Seite. Die Strasse ist wieder gut befahren und der 5. Gang kommt vermehrt zum Einsatz.
Dunnet Heat, eine ins Meer ragende Landnase, bezeichnet den nördlichsten Punkt von Britanniens Festland. Eine schmales Teerband führt uns zu diesem somit auch nördlichsten Punkt Schottlands, der durch einen strahlen weiss glänzenden Leuchtturm markiert wird.
Vor den steil in das Meer stürzenden Felshängen vollbringen Seevögel akrobatische Flugmanöver. Manchmal kann man hier auch Papageientaucher beobachten. Wir bleiben eine Weile, sehen Basstölpel, Kormorane und Möwen. Die Taucher mit ihren farbenprächtigen Schnäbeln bleiben uns aber verwehrt. Bei einem Panorama-Aussichtspunkt geniessen wir aber die schier grenzenlose Weitsicht zu allen Seiten.
Bei Duncansby Head, wieder markiert durch einen Leuchtturm, laufen wir zu den Stacks of Duncansby, drei imposant aus der aufgewühlten See ragende Felsformationen. Das Laufen auf dem sumpfigen Weideland hat auch hier seine Tücken, muss man sich doch im Zickzack durch die Schaffskot-Haufen bewegen. Ich nehme mir fest vor, nach unserer Heimkehr den Film Braveheart anzuschauen, und dabei auf das Laufmuster der auf sich zu rennenden Legionen zu achten...
Wir fahren nun Nordwärts, so dass wir die Ostküste zu unserer linken haben und erreichen Wick, wo wir einen Abstecher zu den Girnigoe and Sinclair Castles machen. Die Ruinen der Schlösser aus dem 15. und 17.Jahrhundert stehen eindrücklich an der Felsküste. Gut zu erkennen ist, wie die Schlösser mit Schiefergestein gebaut wurden, demselben Gestein, aus welchem die umliegenden Felsen geformt sind.
Zügig fahren wir nun, immer wieder begleitet von fantastischen Lichtveränderungen, mal goldig, mal neblig und dann wieder begleitet von einem prächtigen Regenbogen in das gut 50km nördlich gelegene Küstenstädtchen Helmsdale, wo wir im Hafen einen passenden Stellplatz für die Nacht finden.


Camping in Thurso
Dünen und Regenbogen
 

Küste im Nord-Osten

Nördlichster Punkt Felsen bei Dunnet Head
Leuchtturm bei Dunnet Heaf Basstölpel Kolonie Küste bei Stacks of Duncansby
Stacks of Duncansby Wildgänse Girnigoe and Sinclair Castles
Ausblick aus Girnigoe and Sinclair Castles Felsen bei Girnigoe and Sinclair Castles Abend in Helmsdale
 
Mond und Möwe Mond und Landy  
 

Samstag, 26.09.2015 - Fortrose (SCO)

Es ist noch früher Morgen, als wir durch das schmucke Fischerdorf Helmsdale spazieren. In einem kleinen Restaurant kehren wir ein und nehmen unser Frühstück. Danach besuchen wir das Geschichtsmuseum Timespan. Mi vielen Abbildungen, Gegenständen, Nachbildungen und einer interaktiven Filmvorführung wird in diesem kleinen Museum die Geschichte von Helmsdale und der näheren Umgebung aufgezeigt. Eine schöne Grafik zeigt auch auf, wie sich proportional der Bestand der Schafe zu den Menschen vermehrt hat.
Wir treten ein in den vollgestopften Kramerladen A.R. McLeod and Sons, wo man auf kleinstem Raum von der Glühbirne, über die Bratpfanne bis zur Teetasse mit LandRover Aufdruck so ziemlich alles bekommt.
Wir fahren weiter auf der Küstenroute A9 und sehen schon bald auf der rechten Seite das imposante Dunrobin Castle. Das Schloss war Sitz der Herzogin von Sutherland, welche zu Lebzeiten die Bevölkerung von den Highlands vertrieb, um dort die Schafe weiden zu lassen, welche erheblich mehr Gewinn versprachen.
Darauf, dass dieses Schloss auf dem Elend vertriebener Hochlandbewohner errichtet wurde, wird vor Ort auch heute noch mit keiner Silbe hingewiesen. Wichtiger scheinen Hinweistafeln zu sein, welche jegliche Foto- und Filmaufnahmen im Innern des Schlosses verbieten. Um sich die Pracht- und den Reichtum darin vorzustellen reicht die Aussage von Queen Victoria beim Besuch des Schlosses: "Ich komme aus meiner Hütte in Ihren Palast".
Nachdem wir auch den Schlossgarten noch ausgiebig besichtigt haben biegen wir wieder ein auf die A9 ein. Bei der Fahrt fällt uns auf, dass sich die Ostküste gänzlich von der Westküste unterscheidet. Das wilde, romantische ist von Menschen kultivierter Landschaft gewichen. Einzig das Meer auf der linken Seite erinnert uns daran, nicht durch mitteleuropäische Landschaft zu fahren.
In Dornoch legen wir einen Halt ein, um das gemäss Reiseführer "puppige" Städtchen zu sehen. Die Fassaden sind dann auch sehr hübsch und der Burger im preisgekrönten Restaurant-Pup schmeckt vorzüglich.
Über einen hoch aufragenden Brücken-Damm passieren wir den Dornoch Flirth und landen schliesslich auf der "Black Isle", die eigentlich keine Insel ist. In der Salzwasserlagune stehen mehrere gigantische Ölbohr-Plattformen, welche man hier etwas aus der Nähe betrachten kann. Der anvisierte Stellplatz bei Cromarty ist mittlerweile keiner mehr, der erste Camping ist ausgebucht und so finden wir auf dem von Jim & Dorothy Keith geführten Fortrose Caravan Park einen Platz für die Nacht.
Etwa 2 km vom Camping entfernt kann man gelegentlich Delphine beobachten. Wir laufen das Stück zu besagter Stelle wo sich einige Personen versammelt haben, um dem Naturschauspiel beizuwohnen. Kein Delphin will sich aber blicken lassen. Stattdessen erfreuen wir uns an den ab- und zu auftauchenden Robben-Köpfen. So laufen wir etwas enttäusch zurück zu unserem Landy, welcher direkt an der steinigen Küste des Moray Firth steht.

Nachbarn der letzten Nacht
Dunrobin Castle
Alte Gemälde und Hirschabschüsse aus dem 19.Jh Castle und Schlossgarten Blütenpracht im Schlossgarten
Falknerei mit Adler... ..und Habicht Hotel in Dornoch
Ölbohr-Insel Fortrose Caravan Park Warten auf Delphine
 
Ersatz Programm mit Seehund... ..als Gewinner.  
 

Sonntag, 27.09.2015 - North Berewick (SCO)

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, als wir am Morgen nochmals zu der Stelle gehen, wo sich immer wieder Delphine blicken lassen. Dieses Mal haben wir Glück. Schon von weitem sehen wir mehrere Rückenflossen, welche ganz nahe am Ufer auf- und wieder abtauchen. Bis wir jedoch am Sandstand sind, haben sich die Delfine wieder etwas entfernt.
In der Bucht sehen wir jedoch immer wieder Delphine auf- und abtauchen. Wir bleiben eine Weile und schauen den Delphinen und Robben zu.
Heute wollen wir noch ein gutes Stück in den Süden fahren, müssen wir doch bis Donnerstag, wo unsere Fähre ab Dover geht, noch den grössten Teil von Grossbritannien durchqueren.
So fahren wir, meistens über Schnellstrassen, über die imposante Brücke bei Inverness und dann in Richtung Edinburgh, wo wir die ohne zu übertreiben gigantische, 1964 erbaute Forth Road Bridge, passieren. Parallel dazu sehen wir auf der linken Seite das atemberaubende, rote Wunderwerk, die Forth Rail Bridge, welche 1890 mit 7 Millionen Schrauben erstellt wurde. Beim Blick nach unten, und das kann man vom Fahrzeug aus tatsächlich machen, sieht man das Wasser in derart grosser Entfernung, dass einem schwindlig werden könnte. Und schaue ich nach rechts, sehe ich bereits die Pfeiler für die neue Brücke, die Queensferry Crossing, die noch gigantischere Ausmasse haben wird.
Kurz darauf fahren wir um Edinburgh herum auf die östliche Landzunge, wo wir in North Berewick auf einem Stellplatz direkt am Meer übernachten möchten. Doch leider steht hier seit neuestem ein "No Overnight Parking" Schild. Also wenden wir (ja, wir stehen in einer Sackgasse) vor den Augen zahlreicher Schaulustiger mit Ach- und Krach unseren Landy auf der Fläche einer Briefmarke (...so kommt es uns zumindest vor) und steuern den nahegelegenen Camping an,
der prächtig mit Meersicht über New Berewick thront und wir versüssen uns den Abend mit dem aus der Schweiz mitgebrachten Raclette.

Fortrose
Ein Delphin. Nein, nur eine Robbe
 
Endlich... ..Delphine Schöne Brücke unterwegs
     
Brücke bei Edinburgh Camping bei New Berewick Schöne Aussicht
 
Felsen mit Leuchtturm New Berewick  

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