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Sonntag, 13.09.2015 - York (ENG)

Für die morgendliche Dusche nehme ich den dafür vorgesehenen Schlüssel und laufe vorbei an einer in die Jahre gekommenen, aus Blech und Holz gezimmerten Spielhalle zu einer mit Mobilheimen überstellten Stellfläche. Auffällige „For Sale“ Schilder prangern auf den übergrossen Frontscheiben. Hier irgendwo müsste der Duschgebäude sein. Ich erkenne auf der anderen Strassenseite ein längliches, einer Armeebarrake nicht unähnliches Gebäude. Eine Frau im Morgenmantel führt davor gerade Ihren Hund Gassi. Dort, in diesem Gebäude, müssten die Duschen untergebracht sein. Also laufe ich über die Strasse vor eine, mit blechernen Lüftungsschlitzen versehenen, Haustüre. Ich führe den Schlüssel ein, öffne die Türe und trete in einen mit kalten, weissen Fliesen belegten Raum. Hier reiht sich in unendlicher Reihenfolge Türe an Türe. Mit einem Ruck öffne ich eine dieser in die Jahre gekommenen, durch Feuchtigkeit deformierten Türen und betrete eine dunkle, mit Duschvorhang, einem Tablar und einem Kleiderhacken versehene Duschgelegenheit. Das Neonlicht flackert und wirft sporadisch kalte Lichtblitze auf schmierige, weisse Kacheln. Obwohl die Duscharmatur nächstens von den Fliesen springt, bekomme ich mit etwas Geschick einen warmen Duschstrahl.
Der Weg zurück zu unserem Stellplatz zieht sich wieder in die Länge, so dass ich unterwegs zu frieren beginne. „War die Morgendusche angenehm?“ Fragt mich Carole. „Musst Du selber herausfinden!“ ist meine mürrische Antwort.
Die Autobahn und Schnellstrasse "The North" bringt uns nun selbstredend in den Norden von England. Schon bald erreichen wir London, wo die Strasse mitten durch die Stadt führt. Einige Meilen vor der Grossstadt sagt uns eine grosse Beschilderung, dass die Zone in und um London nur mit einer grünen Umweltplakette befahren werden darf. Diese Plakette haben wir nicht und das umfahren der Stadt würde wohl Stunden in Anspruch nehmen. Also riskieren wir`s. Der Tunnel unter der Themse durch ist zweispurig, wobei nur die linke Fahrbahn für Fahrzeuge über 2.80m geeignet ist. Gelbe Markierungslatten, welche an schweren Ketten hängen, zwingen mich bereits vor dem Tunnel, auf die korrekte Fahrseite einzuschwenken. Eine Rampe führt nun abwärts in die Tunnelröhre welche im inneren der Duschengruft von heute Morgen gleicht. In der ungemütlichen Röhre schwenkt mein Blick nach oben. Gefährlich von der Decke hängende Metallrohre trennen linke und rechte Fahrspur. Ein Spurwechsel würde uns mit einem lauten Knall die Kabine von der Ladefläche reissen.
Danach geht alles problemlos und Flott weiter. Wir lassen London hinter uns und mit London auch die grüne Zone für das umweltbewusste Fahren. Die Strassen werden von einigen der 12`000 Londoner Überwachungskameras gefilmt. Mit etwas Pech, werden wir bei unserer Rückkehr eine Ordnungsbusse im Briefkasten vorfinden. Obwohl heute Sonntag ist drän-gen sich auf "The North" Lastwagen und Personen-wagen. Die Autobahn Einfahrten sind in England jeweils extrem kurz, was immer wieder zu gefährlichen Abbrems- und Vollgasmanövern der einbiegenden und einlassenden Fahrzeuge führt. Kurz nach Cambridge geht dann nichts mehr und wir stehen für längere Zeit im Verkehrsstau. Das Ganze ist ermüdend. „Wollen wir in York einen Camping suchen?“ sagt Carole zu mir. „Doch, das machen wir!“.
Die historische Stadt York steht auf einer flachen, fruchtbaren Talsohle. Die sumpfige Umgebung, welche durch die Flüsse Foss und Ouse genährt wird, ist stark Hochwasser gefährdet.
Der Namensbezug zum amerikanischen New York kommt nicht von ungefähr wurde doch die Stadt sowie der Staat New York nach dem englischen York benannt.
Beim Sherwood Forest verlassen wir die Autobahn und halten Ausschau nach Robin Hood. Vielleicht knöpft dieser den heutigen Autofahrern eine Maut ab. Doch Robin Hood hat sich in den Waldverkrochen. Ihm würden in der Neuzeit die Autos auf der Schnellstrasse nur so um die Ohren sausen. Nach gut 500km Fahrt gelangen wir zum „Clumber Park“, einem Camping für Mitglieder des hiesigen Camping Clubs. Trotzdem sind wir herzlich willkommen und kommen sogar in den Genuss des Mitgliederrabattes.
Das Gelände ist dermassen herausgeputzt, dass die rasant wachsenden Grashalme den Gärtner auch am Wochenende vor schier unlösbare Aufgaben stellen. Am Schluss muss wohl noch die Dompteuse zum Zug kommen, anders kann ich mir die Zentimeter genaue Rasentrennung entlang der Fusswege nicht erklären. Wir unterlassen es, Stuhl und Tisch in diesen pickefeinen Rasen zu stellen und nutzen stattdessen das extra dafür vorgesehene Kiesbett.
Die gut besetzte Anlage ist ein grüner Augenschmaus, mit zahlreichen Bäumen und grosszügigen Stellplätzen.
Ich bin gerade am Auffüllen des Wassertanks, als sich Tom und Anke zu uns gesellen und sich kurz vorstellen. „Na, das erste Mal in England?“. „Ja, tatsächlich!“ Die beiden sind hingegen schon gut zwanzig Mal nach Schottland gereist, wie sie uns glaubhaft versichern. „Wir können nicht verstehen, dass es Reisende gibt, die Schottland auf einer einzigen, gestressten Reise vollumfänglich umrunden“. Meint Tom. Nun ja, da kennen Sie unsere Pläne nicht. Carole und ich, wir verschweigen unsere Absichten und ergeben uns der Informationsflut, welche jetzt auf uns einprasselt.
Mit der Begründung, dass wir etwas müde sind, unser Fahrzeug noch für die Nacht klar machen müssen und es jetzt doch schon dunkel wird, verabschieden wir uns von den beiden.
Etwas später sitzen wir gerade beim genussvoll zubereiteten Nachtessen, als es an der Türe klopft. Ich öffne die Türe und Blicke in das grell leuchtende Licht zweier Stirnlampen…
„Wir haben hier noch einen lustigen Reiseführer über Schottland für Euch, lest ihn“. „Hallo Tom, hallo Anke. Wir sind gerade beim Abendessen, aber wenn Ihr Euch zu uns gesellen wollt, kommt nur rein“. „Nein, macht Euch keine Umstände!“ Ich nehme den gut 200 Seitigen Wälzer entgegen und blättere darin. Der Reiseführer ist aus dem Jahre 1988. Viele Eselsohren und Notizen bestätigen den Regen Gebrauch des Buches. „Bringt uns das Buch doch nachher wieder zurück“. „Ja, machen wir!“. Mitten im Essen, plaudernd und Buch empfangend vergesse ich danach zu fragen, wo Tom und Anke ihren Stellplatz haben.
Nachdem wir gespeist und den Abwasch erledigt haben, setzen wir uns vor das Buch. Ich schaue auf die Uhr, es ist bereits 21.00 Uhr. „Das Buch müssen wir ja wohl heute noch zurückbringen“ sage ich zu Carole „wir wollen ja morgen früh weiter“. „Das bringt jetzt nichts, noch lange im Buch zu lesen. Und neue Tip`s werden wir dem Antiquariat wohl auch nicht abgewinnen können“ mein Carole mit einem Lächeln. „Also machen wir uns auf die Suche nach dem Wohnmobil der beiden, um das gut gemeinte Utensil wider abzugeben.
Kurze Zeit später laufen wir über das Gelände. Ein paar wenige Laternen und das fahle Licht der Wohnmobile nutzen wir bei der Suche nach einem Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen. Wir finden eines und schauen durch die Frontscheibe. „Nein, dass da sind sie nicht!“ Also geht das Spiel in die zweite Runde. Endlich, nach etwa 20 minütiger Suche finden wir ein zweites Wohnmobil mit deutschem Kennzeichen. Wir klopfen an der Türe. „Hier, das Buch! Tut uns leid, aber das hat jetzt keinen grossen Sinn gemacht. Wir gehen morgen früh weiter und sind etwas müde!“ „Kein Problem“ sagt Tom, welcher mit ausgestreckten Beinen auf einer Couch liegt. Für uns schon, denke ich mir. Diese Aufgabe hätten wir zu später Stunde nicht noch aufgebrummt gebraucht. Was soll`s, wir verabschieden uns, gehen zurück zu unserem Landi und hauen uns in die Koje.

Autobahn in Richtung London
 
Tunnen unter der Themse durch (besser nicht Spur wechseln...) Camping bei York Gemütlicher Stellplatz
 

Montag, 14.09.2015 - Edinburgh (SCO)

Die zweihundert Meilen nach Edinburgh wollen wir heute an einem Stück zurücklegen. Der Platzwart ist bereits wieder am Gräser strecken, als wir am frühen Morgen über die Privatstrasse des Campingplatzes fahren.
Bevor es auf "The North" weiter geht, tanken wir unseren Landi und füllen unsere Vorräte beim riesigen Einkaufszentrum der Supermarktkette ASDA, welches sieben Tage 24h offen hat. Die Gebrüder Fred und Peter Asquith, beides Fleischer aus Knottingley, eröffneten 1963 in einem ehemaligen Kino den ersten ASDA Supermarkt. Heute hat die Supermarktkette den zweit-grössten Marktanteil am britischen Markt und gehört zum amerikanischen Walmart-Konzern.
Nach unserem Einkauf verlassen wir die grosse Parkfläche und biegen auf die „The North“ ein. Die Autobahn soll uns bei trübem, englischem Wetter auf dem schnellsten Weg über Newcastle nach Edinburgh bringen.
Der Verkehr ist nun nicht mehr so dicht und schon bald erreichen wir Newcastle. Die einstige Industriestadt im Nord-Osten Englands ist gerade im Wandel. Der Einbruch in der Maschinenindustrie hat viele Fabrik-anlagen leer gefegt. Die leeren Blocksteingebäude eigen sich gut für Museen und Theater.
Die Autobahn führt uns zwei- bis vierspurig um die Grossstadtstadt herum, deren Blockbauten und Hafen-anlagen wir in der Ferne erkennen können.
Nach Newcastle wird die „The North“ zur Schnellstrasse. Augenblicklich verändert sich das Landschafts-bild. Farbige Moore, grosse Wiesen mit unzähligen Schafsherden und Hügellandschaft prägen nun die Umgebung.
Die Einfahrt in die Ortschaft Wooler wird vom auffälligen Tankerville Arms Hotel markiert. Seit 1700 prangt der auffällige Schriftzug an der Ecke des Gebäudes. Nach der Ortschaft wird die Strasse schmal und kurvenreich. Bäume und Büsche ragen teilweise in die Strasse hinein. Und würde nicht eine kleine Tafel darauf hinweisen, wir hätten die Grenze von England zu Schottland wohl glatt übersehen. Kurz vor Coldstream, der südlichsten, schottischen Stadt auf unserer Reise führt die schmucklose Coldstream Bridge über den Fluss Tweed. „SCOTLAND welcomes you“ steht auf einer braunen Tafel. Freudig halten wir fest, dass wir nach 1`700 km schottisches Territorium erreich haben.
Kurze Zeit später erkenne ich durch die nasse Seitenverglasung das Marjoribanks Monument. Der 1833 verstorbene Politiker steht in Stein gemeisselt hoch oben auf einer ausgestreckten Säule.
Eine halbe Stunde später, nach unendlich bewirtschafteten Agrarflächen und nur wenigen, kurzen Ortsdurchfahrten sehen wir die ersten Gebäude von Edinburgh. Der „The City of Edinburgh Bypass“, die schon fast ärztliche Bezeichnung für die Umfahrungsstrasse von Edinburgh, führt uns zum Mortonhall Caravan & Camping Park, der in einer prächtigen Grün-anlage in der nördlichen Aglomeration der schottischen Hauptstadt angesiedelt wurde.
Nachdem wir unseren Landi auf dem abfallenden Gelände mit Keilen ins Niveau gebracht haben, statten wir der „The Stabe Bar & Restaurant“ welche zum Campingplatz gehört und die Gäste in einem schönen, typisch schottischen Steinhaus begrüsst, einen Besuch ab. Nach einem schottischen Bier sind wir reif für die Koje. Morgen wollen wir uns die Stadt ansehen.

Grosser Einkauf
 
Toller Camping in Edinburgh... ..mit viel Grünfläche.. ..und einem steinernen Innenhof mit Pub.
 

Dienstag, 15.09.2015 - Edinburgh (SCO)

Was für ein herrlicher Tag um die Schottische Haupt-stadt zu besuchen. Bei strahlend blauem Himmel fährt uns der doppelstöckige Bus in die Metropole hinein. Wir sitzen oben ganz vorne, und können so mit bester Sicht in die Stadt eintauchen.
Grob skizziert besteht Edinburgh aus zwei Teilen die beide für den Besucher interessant sind. Zum einen die Altstadt mit vielen sehenswerten Gebäuden und zum andern die Neustadt, mit grossen Parkanlagen und auch weniger schönen Wohngebäuden. Über allem Thront gut sichtbar das Wahrzeichen der Stadt – „Edinburgh Castle“.
Der Bus fährt uns zum Princes Street Gardens – Einer weitläufigen, öffentlichen Grünanlage im Herzen der Stadt. Wir steigen aus und schauen hinauf zum Schloss, welches anmutig auf einer felsigen Erhöhung steht. Eine Treppe führt hinunter zum Park und zu gut ausgebauten Fusswegen, welche zum flanieren einladen. Nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir den Ross Fountain, einen auffälligen, 1872 erstellten Brunnen mit vielen Figuren und Unmengen Details. Das helle Morgenlicht lässt das Meisterwerk in jungfräulichem Glanz erscheinen.
Gemütlich spazieren wir weiter ohne dabei das Schloss aus den Augen zu verlieren, welches aus verschiedenen Blickwinkeln immer wieder neue Facetten seines äusseren Preis gibt. Irgendwo müsste uns nun ein Weg hinauf zum königlichen Empfang führen. Über eine schäbige Brücke passieren wir ein paar Eisenbahn-schienen und spazieren entlang untypisch verwilderten Rasenflächen empor zur Schlossanlage.
Vor kurzem hat hier das Tattoo-Musikfestival stattgefunden, ein militärisches Musikspektakel welchem jährlich 200`000 Besucher beiwohnen. Die riesige Bühne wird in diesem Moment abgebaut und versperrt uns die Hindernisfreie Sicht auf das mittelalterliche Gebäude. Eine massige Menschenmenge drängt sich zum Eingang der Schlossanlage und mündet in einer stehenden Warteschlane vor einem Kassenhäuschen. Der hohe Eintrittspreis schreckt uns dann endgültig vom Besuche des Wahrzeichens ab. Stattdessen gehen wir ein wenig um das Gebäude herum und bestaunen die Fassade mit den vielen auffälligen Details und Ritter-Schnickschnack.
Fast so interessant wie das Schloss ist die Entstehung der etwa 80m hohen Erhebung, auf welchem das Schloss steht. Es ist der Basaltkegel eines vor 340 Millionen Jahren aktiven Vulkanes. Nun ja, vermutlich steht auch unser Häuschen in der Heimat auf über 300 Millionen Jahre altem Gestein und Erdreich. Aber dass hier ist halt eines der weltweit berühmtesten Gebäude, und da muss wohl auch das erwähnt sein. Dagegen sind die tausend Jahre, welches das Schloss auf dem Buckel hat, schon fast ein Pappenstiel.
Wir laufen hinunter zum Grassmarket, dem ehemaligen Marktplatz in der Altstadt. Früher wurde hier rege Vieh- und Pferdehandel betrieben. In der Neuzeit sind schicke Pups in die alten Gebäude eingezogen und geben dem ganzen ein Hippes Flair. Bei Sonnenschein geniessen wir in einem Strassencafé ein Getränk und schauen dem Treiben auf dem Platz und den Gehwegen zu. Ein Filmteam ist vorgefahren und dreht eine kurze Szene.
Wir schlendern wir die Royal Mile hinunter, die viel-leicht Berühmteste Strasse der Stadt, wo edle Geschäfte um Kundschaft ringen. Zahlreiche kleinere Läden verkaufen Kilts, Halstücher und schottischen Whisky. Das „Camera Obscura World of Illusions“ hat gebogene Spiegel vor dem Gebäude platziert. Wir bleiben stehen und bestaunen unsere deformierten Körper.
Auch die britische Armee ist hier. Sie hat ein mobiles Rekrutierungsbüro aufgestellt. Strammstehende Soldaten versprühen sinnfreies, militärisches Flair.
Von weitem sichtbar ist die erstaunliche St. Giles Kathedrale, eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wir passieren die Kathedrale und erreichen kurze Zeit später die Canongate Kirk, mit kleinen Parkanlagen und uralten Grabsteinen. Am Ende der Strasse steht das moderne, schottische Parlament. Das Gebäude hat Ecken, Rundungen und Kanten. Mit seinem modernen Baustil hebt es sich genüsslich von den Gebäuden der Altstadt ab. Plätschernde Brunnen und künstliche Teiche vollen die Umgebung des Gebäudes. Gegenüber des Parlaments steht der „Palace of Holyroodhouse“, die offizielle Ferienresidenz der Queen. In dem daneben stehenden Souvenirgeschäft kann man allerlei Kitsch und Gerümpel erstehen. Neben dem Prunkgebäude erstreckt sich der weitläufige Holyrood Park mit dem Arthur`s Seat. Die für schottische Verhältnise schon fast erstaunliche Erhebung schreit förmlich danach, bezwungen zu werden. Also laufe ich los und gehe soweit den Hügel hinauf, bis sich mir eine ungehinderte Sicht auf die Altstadt von Edinburgh ergibt. Derweilen erholt sich Carole bei einem der kühlenden Wasserspiele am Parlament.
Wieder zurück essen wir draussen, in der Royal Mile, eine Kleinigkeit. Dabei unterhalten wir uns mit einem netten deutschen Ehepaar welches eine Busreise durch Irland und Schottland macht.
An einem kühlen Apriltag des Jahres 1953 stand die die damals 28-jährige Königin Elisabeth II vor der eben fertiggestellten, Königlichen Motoryacht, der Britannia. Die Königin holte leicht aus und liess eine an einer Leine befestige Champagnerflasche gegen den Rumpf des Schiffes prallen.
Das Schiff fuhr von da an die Königin und viele andere Würdenträger zu fast 700 Auslandsbesuchen. Über 40 Jahre später wurde die Britannia ausser Dienst gestellt. Heute ist die Yacht als Museumsschiff im Hafen von Edinburgh zu besichtigen.
Ein Bus bringt uns zur Hafenanlage. Hier steht die Britannia, angedockt an ein riesiges Vergnügungs- und Einkaufszentrum.
Nach dem Entrichten des stolzen Eintrittspreises von 14 Pfund pro Person bekommen wir eine Art „Headset“ ausgehändigt. Eine nette Frauenstimme führt uns fortan in deutscher Sprache durch die Kojen und Gänge des Schiffes.
Als wir den pickefein geschruppten Holzboden des Unterdecks betreten, schaue ich mich kurz nach einem Schild um, welches um das Ausziehen des Schuhwerks bittet. Eine goldene Glocke ziert das Deck. Der grossräumige „Dining Room“ im Innern des Unterdecks ist mit gedeckten Tischen bestückt. Edles Geschirr und Besteck ist millimetergenau ausgerichtet. In Vitrinen ausgestellte Geschenke zeugen von Besuchen auf allen Kontinenten. Beeindrucken sind auch die Mannschafts-kabinen. Abgestellte Schuhe und abgelegte Overalls lassen die Szenerie lebendig wirken. Es fehlt nur noch der Matrose, welcher sich an uns vorbeidrückt um ein Nickerchen zu machen. Ein langer Korridor führt auch vorbei an den Räumlichkeiten der Königin, des Prinzen und der Prinzessin.
Im Kriegsfall wäre das Schiff auch ein mobiles Spital gewesen. Davon zeugt der vollständig ausgerüstete Operationssaal. Glücklicherweise blieb die Weltlage einigermassen friedlich. Schwarz-weiss Fotos an den Wänden des Operationssaals veralbern das Schiffs-Maskottchen, den Wombat. Das Plüschtier wurde jeweils zum Spass in den Deckenventilator der Bar geworfen. Vermutlich hatte der kleine Wombat dabei Schaden genommen. Die spassigen Fotos zeugen von einer schweisstreibenden Operation am kleinen Kerlchen.
Im Waschsaloon stehen riesige Verpackungen mit Waschpulver vor noch grösseren, chromglänzenden Waschgeräten.
Eine Treppe führt uns nach unten, zum pochenden Herzen des Schiffes. Der Maschinenraum ist auf Glanz poliert. Chrome und Messing strahlt uns entgegen. Schläuche, Rohre und Kabel führen zu Messgeräten, Turbinen und Verdampfern. Alles prima ausgeleuchtet.
Nach etwa zwei Stunden verlassen wir das Schiff, laufen am ehemaligen Beiboot vorbei und gehen für unsere Rückfahrt zur Bushaltestelle. Der erste Bus fährt uns zurück in die Innenstadt. Wir steigen aus und besichtigen noch das Scott Monument. Die Gedenkstätte für den Nationaldichter Walter Scott besteht aus einem 1846 fertiggestellten Turm, der 287 Stufen in die Höhe ragt. In der Neuzeit erinnert sein aussehen an die Festung Saurons in der Verfilmung „Herr der Ringe.“
Nach gut 8 Stunden Stadt- und Bootsbesichtigung spüren wir nun langsam unsere Füsse und der Kopf ist voller Eindrücke. Durch dichten Feierabendverkehr geht`s mit dem Bus zurück zu unserem Campingplatz.

Im Prnces Street Gardens
 
 
Brunnen im Princes Street Garden Skluptur im Brunnen Eingang zum Edinburgh Castle
Edinburgh Castle Grassmarket Britischer Humor
Eindrückliche Architektur Royal Mile St Giles Cathedral
Royal Mile mit St Giles Cathedral Typische Telefonzellen Nützliches Souvenier
Prächtige Burg Innenstadt Kilt Händler
Grab von Adam Smith (Gest. 1790, Begründer der freien Marktwirtschaft) Einer der vielen alten Gärten Parlamentsgebäude
Arthur`s Seat (251m) Sicht vom Arthur`s Seat auf Edinburgh Abbey of Holyrood (Residenz von Maria Stuart und aktuelle Residenz der britischen Köngsfamilie)
Britannia Auf der Brücke Glocke
Aufenthaltsraum Zimmer der Queen Zimmer von Prinz Philip
Zimmer ua. von Prinzessin Diana Der hölzerne Affe durfte auf Geheis der Königin nie berührt werden, war aber trotzdem immer wo anders... Zahlreiche signierte Fotos an den Wänden
Hier haben schon Gandi, Clinton und viele mehr diniert Geschenke von den 600 Häfen in 135 Ländern, welche das Schiff angelaufen hat Arbeitszimmer der Queen
Aufenthaltsraum Kabine für das Schiffspersonal Bord Spital
Waschküche Motorenraum Beiboot
Hafenpromenade Ice Creams Headliners im Stadtzentrum
Princes Street Gardens mit Scott Monument Scott Monument Edinburgh Castle

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