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  Reisebericht Marokko 2014
 

Montag, 22.12.2014 - Todra-Schlucht

Eigentlich wollen wir heute zu den Dünen von Erg Chebbi fahren. Nach ein paar gefahrenen Kilometern fällt uns aber ein, dass die Todra Schlucht auf einer anderen Verbindungsstrasse weiter nördlich liegt, und wir diese auf der Strecke nach Erg Chebbi gleich auch noch durchfahren könnten. Also fahren wir wieder retour nach Agdz und dann in nördliche Richtung, wo sich die Strasse über Passhöhen nach Ouarzazate windet. Unterwegs haben wir fantastische Ausblicke auf Felsen und Schluchten.
In Ouarzazate suchen wir im dichten Verkehr nach einem kleinen Supermarkt. Die marokkanische Filmmetropole macht einen sehr modernen Eindruck. Hollywood scheint hier ein paar Goldtaler liegen gelassen zu haben.
Nach unseren Einkäufen geht es weiter in östliche Richtung. Zur rechten Seite erhebt sich das schneebedeckte Atlasgebirge, während wir durch endlose Steppe fahren.
Alles läuft reibungslos, Verkehr ist so gut wie keiner vorhanden, als wir über eine Brücke in ein Dorf hineinfahren. Da kommt ein junger Mann dahergelaufen und macht einen gewagten Schritt auf unser Fahrzeug zu. Als wir noch denken, ob der Typ noch bei Sinnen ist oder ob er sich vor unser Fahrzeug werfen will, holt er schon mit dem rechten Fuss zu einer gekonnten Kickbewegung aus und tritt unseren Rückspiegel mit voller Wucht gegen das Seitenfenster. BRAVO. Leider sehen wir nun nicht mehr, ob sich der Kerl am vorstehenden Aufbau das Bein verletzt hat und wir haben auch keine Lust, das noch zu kontrollieren. Den Spiegel können wir wieder richten, alles OK, genau für solche Zwischenfälle scheint unser treues Fahrzeug gemacht zu sein....
Bald schon erreichen wir die Todra Schlucht, in der in diversen Reiseberichten vor Steine werfenden Kindern gewarnt wird. Da scheint sich aber einiges zum Besseren gewendet zu haben. Wir durchfahren die atemberaubende Schlucht ohne Probleme und bewundern die steil nach oben ragenden Felsschichten, welche an der engsten Stelle kein Sonnenlicht zu lassen und eine merkwürdige Dunkelheit erzeugen.
Wir fahren wieder retour zur Einfahrt der Schlucht und finden mit dem Camping Le Soleil ein angenehmes Plätzchen für die Nacht.

Morgennebel
Schroffe Berglandschaft
Hoher Atlas Felsformationen Filmstadt Ouarzazate
Felsformation Lehmhäuser Lasten tragende Frauen
Fussabdruck.... Palme und Schnee Stadt aus Lehm
Achtung vor dem .... .... Dromedar Eingang zur Schlucht
Todra Schlucht Aufragende Felswände Landy in der engen Schlucht
Durchfahrt Palmen auf dem Weg Camping
 

Dienstag, 23.12.2014 - Erg Chebbi

Auf dem Camping le Soleil haben wir Susanne und Bruno kennengelernt. Sie haben einen grossen RAM mit einem gemieteten Aufbau, den die beiden in Marokko so richtig austesten wollen. Sie reisen nicht zum ersten Mal durch das Land. Und so erhalten wir von Ihnen den Tip vom Camping Les Pyramides, in Merzouga, bei den Sahara-Dünen von Erg Chebbi.
Wir vereinbaren, uns dort oder bei einem Zwischenhalt in Erfoud, wo man eigenhändig nach Fossilenversteinerungen suchen kann, wieder zu treffen.
Die Fahrt geht nun mehrheitlich gegen Osten. Irgendwann schafft unser Landy den 222`222 km. Wir gönnnen ihm eine kurze Pause, die hat er sich jetzt verdient. Nun folgen, so nahe der algerischen Grenze, immer wieder Polizeikontrollen, die uns freundlich durchwinken. Wir fahren nun auch durch langgezogene Ortschaften mit vielen Schulkindern, die uns immer freundlich lächelnd zuwinken.
Nach einer Weile erreichen wir die Ortschaft Erfoud, von der eine Schotterstrasse zur algerischen Grenze abzweigt.
Bald schon verwandelt sich der Schotter zu einem schmalen Asphaltbahn und zieht sich an einigen Werkstätten vorbei, in welchen die Fossillen Fundstücke herausgewaschen, lackiert und verkauft werden. Vor einer starken Rechtskurve kommt uns ein spanisches Fahrzeug entgegen. Der Fahrer betätigt die Lichthupe und zeigt uns an, langsam zu fahren. Wir fahren behutsam weiter und sehen plötzlich, wie mitten in der Kurve ein Laster seitlich auf der Strasse liegt. Das Fahrzeug muss noch eine Weile über den Boden geschrammt sein, die Frontscheibe ist total eingeschlagen. Wir halten an und sehen die beiden Fahrer, welche benommen etwas abseits sitzen.
Wir rufen ihnen zu, fragen ob sie Hilfe brauchen. Da kommt der eine zu uns gelaufen und zeigt auf die Schramme auf seiner Stirn. Carole verarztet den Ärmsten und ich gebe einen Liter Limonade ab. Hilfe konnten die beiden bereits organisieren.
Uns ist jetzt nicht mehr nach Steine suchen, wir fahren wieder zurück nach Erfoud und dann nach Erg Chebbi auf den vereinbarten Camping.
Die Strasse führt nun direkt in südliche Richtung und die Umgebung wir zunehmend von Sandverwehungen bestimmt. Das letzte Stück der Anfahrt führt durch feinen Sand und unser Landy muss sich mit tiefem Heck ganz schön durch den tiefen Sand wühlen. Irgendwie schaffen wir es aber auf einen tollen Stellplatz direkt an den Dünen, ohne dass wir Schaufel und Sandblech bemühen müssen. Später treffen auch noch die beiden Schweizer ein. Wir trinken gemeinsam einen Apero und beobachten wie die untergehende Sonne die Dünen in sanftes Rot taucht.

Juppiiiii
Unfall
Die Wüste rückt näher Burg und Wüste Sahara
 
Neben dem Stellplatz Die Kurve gekriegt  
 

Mittwoch, 24.12.2014 - Erg Chebbi

In der Nacht war es nur knapp über 1°Celsius. Mit der aufgehenden Sonne kommt aber sofort auch die Wärme und das Thermometer steigt minütlich, so dass wir unser Frühstück bei angenehmen Temperaturen im Freien geniessen können.
Gegen Mittag holt uns Amar mit seinen Dromedaren ab und wir machen einen Ausritt in die Wüste. Gemächlich bringen uns die eleganten Tiere zu einer hohen Düne. Bereits beim aufstehen der Wüstentiere muss man sich kräftig festhalten, um nicht nach vorne oder hinten geschleudert zu werden. Das absitzen inkl. darauf sitzen bleiben erfordert aber wesentlich mehr Einsatz. Auf alle Fälle schaffen wir es, nicht mit allen Vieren nach oben im weichen Wüstensand zu landen. Ich laufe nun etwa 80 Meter die steile Düne hinauf und kehre dann wieder um mit dem Gedanken, gegen Abend noch einmal zur Düne zu gehen, und von oben den Sonnenuntergang zu geniessen.
Wir reiten wieder zurück und die Dromedare werfen uns direkt vor dem Landy ab, wo der gemütliche Ausritt sein Ende findet.
Am späten Nachmittag laufe ich dann mit Susanne und Bruno zu der hohen Düne. Bis wir den Aufstieg erreichen, vergeht etwa eine halbe Stunde. Und nun geht es steil aufwärts wobei es sehr schwierig ist, Distanz und Höhe abzuschätzen. Ich denke, die Düne ist über 150 Meter hoch und der Aufstieg bringt mich ganz schön ins Keuchen. Nach etwa 10 Minuten ist die Hälfte des Aufstiegs geschafft und nun kommt noch ein ganz steiles Stück. Jeder Schritt ist nun ganz harte Arbeit und muss quasi zweimal gemacht werden, da der Sand ganz unfreundlich nachgibt. Nach weiteren 15 Minuten und schwer keuchend erreiche ich den hohen Kamm, dieser prachtvollen Düne und direkt über mir kreist ein Raubvogel. Er hat wohl das Ganze aus grosser Höhe beobachtet und muss nun einsehen, dass ich nicht die erhoffte Wüstenmaus bin.
Mit Susanne und Bruno geniesse ich eine ganze Weile den ungestörten Ausblick und die Stille als urplötzlich Motorengebrüll und laute Rufe die Ruhe stören. Ein paar Franzosen dröhnen mit ihren Enduros von weit unten direkt auf den Gipfel der Düne, packen ein Frisbee aus und vergnügen sich im Abendlicht.
Wieder entschwindet ein Paradies, aber ich durfte wenigstens kurz davon träumen.
Der Abstieg ist dann ein Kinderspiel und noch bevor sich der endlose Sternenhimmel öffnet, sind wir zurück.
Das Abendessen in der Auberne, eine Tajine mit Huhn, schmeckt gut und wir verbringen einen gemütlichen Heiligabend mit den beiden Schweizern.

Stellplatz
Weihnachten
Drei Höcker Auf gehts... Pause
Landy und Kamele Wüste Die hohe Düne
Von links: Wüstenmaus, Wüstenfuchs, Pillendreher, Springmaus Wüste Dünen
Hinauf gehts... ..Blick nach unten Raubvogel
Kamele Dünen im... ..Abendlicht

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