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  Reisebericht Marokko 2014

 

Samstag, 13.12.2014 - Tizi n`Test

Nach dem Frühstück sind wir eingeladen, in Begleitung die nähere Umgebung zu erkunden und ein zusätzliches Gasthaus zu besuchen, welches zum Riad gehört. Beim Gasthaus angekommen, gibts bereits Tee und Süssigkeiten. Auf der schön gelegenen Terrasse bildet sich eine kleine Männerrunde. Wir reden über unsere Reise, über den König und über Marokko. Über steile Pfade wandern wir weiter. Der Weg führt durch kleine Siedlungen mit Bachläufen, vorbei an Wäsche waschenden Frauen und bergtauglichen Eseln. Das Licht kommt nun über die Gebirgskette des hohen Atlas und taucht das ganze Tal in sanftes Morgenlicht.
Wieder zurück, verabschieden wir uns bei unserem tollen Gastgeber. Vielen Dank!
Beim hinausfahren aus unserem Parkplatz kappen wir beinahe die Telefonleitung für das Bergdörfchen. Ups, das wäre schlechte Publicity gewesen...
Wieder in Asni fahren wir nun südwärts in Richtung Agadir. Die Strasse steigt schon bald kräftig aufwärts, es folgt der Tizi n`Test, ein Pass mit 2`100 m Höhe. Unbeschreibliche Ausblicke auf die Bergkette des hohen Atlas, auf herbstlich golden gefärbte Täler und rötliche Felsformationen öffnen sich uns. Hier gibst immer wieder Geröllabgänge, so dass vereinzelt kleine und grosse Steine auf der Strasse liegen.
Nach erreichen der Passhöhe sehen wir schon bald massive Strassenschäden, welche durch die grossen Unwetter der vergangenen Wochen entstanden sind. Der Pass musste längere Zeit geschlossen werden. An einer Stelle wird immer noch mit grobem Baumaterial gearbeitet und wir fahren über Sandanhäufungen und Geröll. Meter um Meter windet sich die Strasse nun nach unten und auch unser LandRover wirkt wieder kräftiger. Wir fahren noch bis Taroudannt, wo wir noch vor dem Eindunkeln einen Camping finden.

Blick von unserer Terrasse
Gemeinschaftsterrasse
Aufenthaltsraum Unser Badezimmer Das Riad von oben
Gemütliche Männerrunde Die freundlichen Gastgeber Bergdorf
Arbeitstier Vor dem "Supermarkt" Haus unter Kakteen
Dorfbewohnerin Typisches Bergdorf Imlil
Wir verlassen Imlil Unterwegs Landy mit hohem Atlas
Bergbewohnerinnen Fruchtbares Tal Kleiner See
On the Road Flusslauf Herbstliche Stimmung
Landy und Bergdorf Panorama Ausblick
Afrika Bergkette Passstrasse
Enge Passage Pause Verschüttete Strasse
 
Die Strasse wird freigeräumt Hochland  
 

Sonntag, 14.12.2014 - Taroudannt

Der Camping du Jardin liegt etwa 3 km ausserhalb der Stadt. Beim Frühstück kommt eine Kutsche mit zwei Jungs. Sie würden uns während zwei bis drei Stunden durch die Stadt fahren und alles Sehenswerte zeigen. Wir machen einen vernünftigen Preis aus und bestellen die Kutsche für 11.00 Uhr, damit wir den grossen Markt noch sehen, der jeweils am Sonntagvormittag stattfindet.
Als um 11.30 Uhr noch immer keine Kutsche auftaucht, beschliessen wir zu Fuss in die Stadt zu gehen. Wir haben die Stadt fast erreicht, als der Kutscher neben uns hält. Fest entschlossen, das Angebot jetzt nicht mehr anzunehmen, wollen wir auf Stur machen. "Wir möchten die Stadt und den Markt nun alleine besichtigen". "Nein, bitte, es tut uns leid, ich habe Frau und Kinder!". So geht das hin und her und der Preis sinkt und sinkt. Irgendwann sind wir weichgeklopft, sitzen in der Kutsche und Afrika hat gewonnen.
Der Kutscher bringt uns nun wirklich an Orte, die wir entweder nicht erreicht oder nicht gefunden hätten. Der Markt für die Einheimischen ist noch in vollem Gange. Nur die Tiere werden an schattige Plätze gebracht und auf Ladeflächen zusammengepfercht. Alles wird feilgeboten und alles wird irgendwie gerichtet, dass es wieder verkauft werden kann. Vasen und Körbe aus alten Autoreifen, geflickte Kissen und Matratzen, Fahrräder für Kinder, bereits getragene Schuhe. Und dann der Gemüsemarkt; in allen Farben liegt das Gemüse auf der rostfarbenen Erde ausgebreitet, Berge mit Gewürzen in allen Farben und dann Früchte, Früchte, Früchte... Und überall das Gewusel von Menschen, Händlern, Kindern, Bettlern. Alles sehr eindrücklich. Wir kaufen ein Kilo Orangen für 2 DH.
Danach geht die Fahrt weiter, entlang der imposanten Stadtmauer von Taroudannt. Ein Film mit Fernandel wurde in den 50er Jahren hier gedreht, wir sehen ein paar Drehorte von damals. Dann gehen wir durch den Souk und landen auf einem belebten Platz, wo wir etwas essen und mit einer Französin ins Gespräch kommen.
Sie ist in einem Hotel in Agadir und macht hier einen Kurzbesuch. Schon vor 30 Jahren hat sie Taroudannt besucht. Die Stadt habe sich in der Zwischenzeit nicht verändert.
Obwohl wir eindringlich gebeten haben, in keinen Geschäften landen zu wollen, gehts dann doch noch in ein Teppichgeschäft, Schmuckgeschäft, Berbergeschäft und zu einer Arganienöl Kooperative. Wenn wir etwas gebrauchen können, kaufen wir dann auch noch was. Aber ja, eigentlich war das ja anders abgemacht.
Nach vier Stunden sind wir zurück. Die Jungs mit der Kutsche haben ihre Sache gut gemacht.

Camping du Jardin
Sommervogel
Unsere Kutsche Farbenfrohe Häuser Stadtpark
Alte Festungsmauer Alte Festungsmauer Auf dem Viehmarkt
Schwer beladen.... Gewürze Buntes Treiben
Warenangebot Gemüse und .. ..Früchte
 
Eingang zum Souk Markt in der Medina
 

Montag, 15.12.2014 - Parc National de Sous-Massa

Als wir den Camping verlassen, kommt uns der Kutscher vom Vortag entgegen. Er steigt ab, schüttelt uns die Hände, führt seine Hand ans Herz und wünscht eine gute Reise. Voller Eindrücke verlassen wir Taroudannt um etwas südlich der Touristenhochburg Agadir ein warmes Plätzchen zu finden. Praktischerweise führt uns die Strasse um Agadir herum, so dass wir zügig in südliche Richtung abdrehen können. Während der Fahrt beschliessen wir, beim Sous-Massa Nationalpark einen Zwischenhalt einzulegen. Neben zahlreichen Zugvögeln beherbergt der Nationalpark auch Antilopen, Gazellen und Strausse. Die Tiere wurden hier wieder angesiedelt und man erhofft sich, ähnlich wie beim Luchs in der Schweiz, dass sich feste Populationen bilden.
Am Eingang zum Park kommt uns bereits ein Parkranger entgegen. Er wird uns den ganzen Nachmittag begleiten und weiss ungefähr, wo sich die Tiere aufhalten. Da wir unseren Rücksitz ausgebaut haben, richten wir mit Benzin- und Wasserkanister eine Sitzgelegenheit für unseren Guide ein.
Schon bald wird es sehr eng, weil ein LKW mehr als die Hälfte der Schotterstrasse blockiert. Der Fahrer winkt uns mit allerlei Gesten an seinem Fahrzeug vorbei, da hören wir ein Krachen. Durch das Auspendeln unseres Fahrzeuges traf eines unserer Kabinenfenster auf den Laster und ging zu Bruch. Mit etwa Scotch werden wir die Stelle behelfsmässig reparieren können.
Ein erster Abschnitt darf nicht befahren werden, also laufen wir insgesamt knapp 6 km dem Massa Fluss entlang, der in einem Delta am Atlantik endet. Obwohl nicht Saison für die Zugvögel ist, sehen wir ein paar junge Flamingos, Kormorane, Reiher, Ibisse und den sehr seltenen Waldrapp, den es weltweit nur noch hier gibt.
Als wir uns etwas abseits des Pfades begeben, flattert eine Eule auf. Etwas weiter rennt ein Rebhuhn über einen Hügel in Sicherheit und eine junge Eule sucht im Schatten einer Palme Schutz. Für die Sichtung von Reptilien ist es leider etwas zu kalt.
Die weitere Fahrt geht nun über einen Abschnitt der früheren Paris-Dakar Rally. Fahrer und LandRover haben nun mächtig Spass, auch wenn nach diesem tollen Abschnitt unsere Küche neu sortiert werden muss.
Ein kurzer Halt führt uns zu Höhlen in den Felsen der Atlantikküste. Diese sind mit Türen beschlagen und werden von Fischern benutzt.
Weiter geht es durch feinsten Sahara-Sand und wir gelangen zum Fischerdörfchen Tifnite. Einsam und verlassen steht der kleine Ort mitten im Sand, direkt vor der malerischen Meereskulisse. Wir laufen durch die engen Gassen und sehen einige Bewohner des Postkartenidylls, streunende Hunde und Katzen.
Nun fahren wir zu einem Abschnitt des Parks, in dem man mit Glück die ausgewilderten Tiere sehen kann. Und tatsächlich sehen wir eine Gruppe Säbelantilopen. Kurz bevor es eindunkelt kehren wir über abenteuerliche Schotter- und Sandstrassen zu unserem Ausgangspunkt zurück.
Ein weiterer, aufregender Tag endet auf dem angrenzenden Campingplatz "Sidi Wassay Beach".

Dem Massa Fluss entlang
Im Sous Massa Nationalpark
 
Ibisse Flamingos Wassereule
Rebhuhn Kaktusse Landy im Sand
"Paris-Dakar" Felsenhöhlen Felsenhöhlen
Fischerdorf Tifnite In Tifnite

Säbelantilope

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