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  Reisebericht Marokko 2014

 

Donnerstag, 04.12.2014 - Rabat

Der Morgen hält wieder nur eine kalte Dusche bereit. Heute möchten wir einen grösseren Sprung der Westküste entlang machen, und dabei auch noch Rabat, die Hauptstadt, besuchen. Deshalb entschliessen wir uns, die Autobahn zu benutzen.
Obwohl wie bei uns Tempo 120 gefahren wird, und die Autobahn in wirklich sehr gutem Zustand das auch zulässt, queren immer wieder Passanten die Strasse und auf dem Mittelstreifen grasen Schafe und Ziegen. Gedankenverloren durch die Gegend zu fahren, liegt hier nicht drin. Die Gegend ist immer noch saftig grün. Wir sehen viele Störche und Reiher. Nach rund 100 km erreichen wir Rabat und die Zwillingsstadt Salé. Zusammen haben die Städte etwa 2 Millionen Einwohner. Die Strasse führt direkt am neuen Königspalast entlang, welcher kilometerlang eingezäunt und etwa alle 80 Meter mit einem Wachposten geschützt ist. Die grossen Kreisel verfügen zusätzlich über eine Ampel. Trotzdem ist der Verkehr recht chaotisch. Ein offensichtlich geistig Verwirrter wechselt zwischen dem dichten Verkehr ständig die Strassen Seite. Mal rennt er, mal stoppt er, dan rennt er wieder. Wir halten den Atem an; ob das lange gut geht?
Vor den imposanten Mauern der Nekropole Chella finden wir einen Parkplatz. Den Parkwächter bitten wir auf unser Fahrzeug acht zu geben und mit einem Taxifahrer handeln wir den Preis für die nächsten 2 bis 3 Stunden aus. Wir fahren zum Mausoleum, welches malerisch auf einem Hügel, in einem kunstvoll angerichteten Park steht. Der Zugang zum Parkgelände wird von stolzen Reitern bewacht. Das Mausoleum, welches aus strahlend weissem Marmor besteht, ist ebenfalls bewacht. Auch wir Europäer können in den mystischen Raum eintreten. Nun blicken wir hinab auf die Sarkophage von Mohammed V (Grossvater des heutigen Königs), Hassan II (Vater des heutigen Königs) und Prinz Moulay Abdallah (Sohn von Mohammed V).
Ein Geistlicher sitzt ebenfalls an diesem erhabenen Ort und liest im Koran.
Nach dem Besuch des Mausoleums gehen wir zur Kasbah (Festung). Diese wurde im 12. Jahrhundert von muslimischen Berbern erbaut. Eigentlich wollen wir die malerischen Gassen alleine besuchen, aber schon heftet sich ein erwachsener Jugendlicher an unsere Fersen. Ohne Aufforderung beginnt er mit Erzählungen über die Kasbah. Leider wehren wir zu wenig ab, handeln keinen Preis aus und lassen uns durch die malerischen Gassen führen. Alles sehr schön und sauber herausgeputzt. Carole und ich beratschlagen, was wir für die Führung zahlen werden. Wir haben kein Kleingeld und denken daher, dass 50 DH mehr als genug sind. (Ein Marokkaner muss mit ca. 80 DH pro Tag auskommen). Gefordert werden aber 270 DH. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, wir geben ihm die 50 DH und gehen leicht verstimmt auseinander.
Als nächstes besuchen wir den Souk. Der überdachte Markt geizt nicht mit betörenden Düften. Die Händler sind nicht aufdringlich, ein Spaziergang kann hier durchaus gemütlich sein.
An einem kleinen Stand möchten wir ein kleines Souvenir, ein Magnet für unsere Innendekoration im Landy erstehen.
20 DH soll das gute Stück kosten, wir haben leider nur einen 200 DH Schein dabei.
Der junge Händler verschwindet mit der 200 DH Note und kommt mit 180 DH zurück. Alles bestens, denken wir, packen das Geld ein und wollen gehen. Und da kommts... Er habe die 200 DH noch nicht erhalten. Nun gibt`s Diskussionen. Andere Händler sagen uns, sie würden dem Burschen nicht trauen. Hätten wir alle Zeit der Welt, wir würden alles ausstehen, wenn nötig zur Touristenpolizei gehen und, und, und... Doch einerseits haben wir diese Zeit nicht und andererseits wohl auch nicht die Geduld. Auch die Lust auf den kleinen Artikel ist uns nun vergangen. Und was lernen wir daraus: Kleine Noten dabei haben, grosse Noten nicht zum Wechseln mitgeben und, und, und...
Und so verlassen wir Rabat mit nicht nur guten Erinnerungen.
In Mohammedia finden wir mit dem L`Ocean Bleu einen Camping direkt am Meer. Die Küste ist sehr rau, ein kräftiger Wind peitscht die Brandung gegen die schroffe Felsküste.

Wache vor Mausoleum
Der Hassan-Turm, das Wahrzeichen Rabats
Brunnen beim Mausoleum
Blick zum Mausoleum Verzierung vor Mausoleum Verzierte Decke des Mausoleums
Im Mausoleum Die Mauer um das Kasbah Im Kasbah
Marokkanischer Musiker Herausgeputzte Fassaden Enge Gassen
Schönes Fotosujet Blick von der Festungsmauer Wachturm
Im Souk Im Souk II Im Souk III
Camping L`Ocean Bleu Farbtupfer auf dem Campingplatz Abendstimmung
 

Freitag, 05.12.2014 - El Jadida

Recht früh fahren wir weiter. Heute lassen wir die Autobahn wieder aus und fahren über die Nationalstrasse. Casablanca umfahren wir. Bekannt geworden durch den (ausschliesslich in Hollywood Studios gedrehten) gleichnamigen Film bietet die Stadt nur wenig Sehenswertes. Eine grosse Kreuzung, die in die Stadt führt, hält uns aber längere Zeit auf. Bettler laufen durch die Fahrzeugkolonne. Wir geben von unseren Getreideriegeln ab, welche wir dabei haben. Die Nationalstrasse ist angenehm zu fahren und zügig kommen wir vorwärts.
Nach etwas über zwei Stunden erreichen wir die Portugiesenstadt El Jadida und fahren auf den Camping International. Bei angenehmen Temperaturen richten wir uns ein. El Jadida hat etwa 350`000 Einwohner. Die "Cité Portugaise", besteht aus erhaltenen Teilen der Stadt, welche die Portugiesen ab 1500 erbaut haben.
Die Festungsmauer und das gemütliche Treiben zwischen den alten Gemäuern der Altstadt machen einen Besuch absolut lohnenswert. Am eindrücklichsten ist jedoch die 500 Jahre alte Zisterne. Im Innern spielt das Licht mit dem Wasser und den Säulen. Wo immer man steht, öffnet sich ein neuer, mystischer Blick.
Noch ganz benommen vom Gesehenen laufen wir durch Teile der Neustadt. Überall werden Waren feilgeboten. Die ganze Bevölkerung scheint auf den Beinen zu sein. Alles macht einen ausgenommen friedlichen, ruhigen Eindruck.
Wir laufen am Strand entlang zurück. Der riesige Sandstrand ist ein einziger, grosser Fussballplatz. Dutzende jagen dem runden Leder nach und am Horizont zeigt sich der Vollmond. Wir kehren zu zwei Kannen Minzentee in ein kleines Restaurant ein und bewundern das emsige Treiben am Strand. Als wir bei unserem Landy ankommen ist es bereits dunkel.

Andere Länder, andere Schilder...
..und andere Verkehrsteilnehmer
Schwer beladen Pfau Camping International in El Jadida
Sommerlich Sven freut sich Palmenhain
Dromedare Fussballplatz in El Jadida Reiher mit Spiegel
Werft In der Cité Portugaise Cité Portugaise
An der Festungsmauer Festungsmauer und Atlantik Fischerhafen
Fischer Zisterne in der Cité Portugaise Zisterne
Zisterne mit Kuppelfenster Markt in El Jadida El Jadida
 
Am Strand von El Jadida
 

Samstag, 06.12.2014 - Safi

Im Carrefour von El Jadida decken wir uns noch einmal mit allem Erdenklichen ein. Es hat da sogar eine separate Alkoholabteilung in der wir marokkanischen Wein besorgen können.
Die Strasse führt nun etwas ins Landesinnere. Die Landschaft ist immer noch erstaunlich grün. Wir fahren durch mehrere kleinere und grösse Städte. Überall ist die Bevölkerung auf der Strasse. Zu Fuss, auf dem Esel, auf dem Wagen mit Esel. Die Esel sind hier allgegenwertig als Nutztiere. Sie pflügen, tragen und ziehen. Richtung Safi, unserem nächsten Ziel, biegt die Strasse wieder zur Küste ab. In Safi landen wir statt auf dem anvisierten Camping mitten in der Industriezone. Es dauert eine Weile, bis wir hinausfinden und den Camping International finden, der auf einem Hügel über der Stadt thront. Der zugewiesene Stellplatz ist nicht besonders schön. Wie auf dem letzen Platz hat es auch hier wieder zahlreiche Pfaue, welche sich um den Landy scharen. Ein dreibeiniger Hund gesellt sich humpelnd dazu. Der Streuner legt sich neben das Fahrzeug.
Die Nacht wird dann eher unruhig. Bis morgens um vier begleitet uns laute, marokkanische Musik aus dem Dorf durch die Nacht.

Pfauengelage
Männlicher Pfau Camping in Safi Safi

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1.-3. Tag - Bangkok 4.-6. Tag - Phitsanulok 7.-12. Tag - Chiang Mai 13.-19. Tag - Ao Nang