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  Reisebericht Italien / Sizilien (2)

 

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Montag, 25.04.2016 - San Vito lo Capo

Wir sind früh wach und Carole geht es wieder um Einiges besser. Auch die Stimme scheint wieder den Weg in Ihren Rachen gefunden zu haben. Ich gehe noch rasch unter die Dusche, welche unter freiem Himmel mit herrlich warmem Wasser auf uns wartet. Das System ist ähnlich wie beim letzten Camping. Verstehe wer will, aber dieses komische Warmwasser-System führt zu noch mehr Wasserverbrauch - Welch blöde Idee. In aller Früh laufen wir hinunter zum Meer. Ein kräftiger Wind weht und das Meer wirft eine meterhohe Brandung gegen die Felswände. Wir gehen anschliessend zum ausgestorbenen Tante Emma Laden, wo wir uns zumindest ein "aufgefrischtes" Brot besorgen können. Danach frühstücken wir und suchen nach dem Natur Trail, welcher uns die blühende Flora Siziliens etwas näher bringen soll.
Also folgen wir der Beschilderung und landen im Klettersektor, wo ein paar mutige mit Seil und Helm bewaffnet die überhängenden Felswände in Angriff nehmen. Wir sehen aber kein Schild und keinen Trail, der uns weiterführt. Also laufen wir wieder zurück, gehen zur Rezeption, und fragen nach dem Weg. "Doch, doch, Ihr müsst einfach der Beschilderung folgen." Also doch, folgen wir der Beschilderung. Der Pfeil zeigt nach oben zum Kletterpark, dort folgen wir dem Schild. Und wieder stehen wir am gleichen Ort wie vorhin. Nun erkunde ich die mit hohem, stacheligem Gewächs durchsetzte Umgebung und finde einen schmalen Pfad. Dieser bringt uns schliesslich etwas abseits in die blühenden Wiesen. Auch wenn keine Beschilderung vorhanden ist, muss dies der richtige Weg sein. Die Farbenpracht und die Düfte der blühenden Pflanzen sind überwältigend. Es ist ein richtiger Genuss durch die Wiesen zu gehen, die vielen Insekten, Pflanzen und die tolle Umgebung in sich aufzunehmen. Zur linken Seite die aufragenden Felswände, zur rechten Seite das stürmische Meer gelangen wir in einem grossen Bogen zur felsigen Küste. Die anbrausenden Wellen lassen Wohnhaushohe Fontänen in den Himmel schiessen. Das Wasser kocht in allen Farben und wir geniessen den Anblick dieses kraftvollen Naturspiels. Spitze, aufragende Steine lassen die Küste zu einer pittoresken Landschaft werden. Auf dem Rückweg folgen wir dieser Küstenlandschaft bis zum Camping. Direkt beim Eingang steht ein kleiner Pfad, der durch einen ausgesprochen hübsch eingerichteten Garten führt. Hunderte von verschiedenen Pflanzen sind hübsch dekoriert angelegt und beschriftet. So schlängelt man sich durch die farbigen Gärten und sieht zauberhafte Details, wie ein mit Gewächs dekoriertes Fahrrad, einen Hochstand zur Vogelbeobachtung, kleine Tümpel und vieles mehr. Überhaupt hat sich der Campingplatz mit seiner liebevollen Ausstattung Bestnoten verdient. Zahlreiche sonnige und schattige Sitzecken laden zum Verweilen ein - Ein echter Augenschmaus. Wir gehen wieder zurück zum Stellplatz und geniessen für den Rest des Tages die Sonnenstrahlen. Zum Nachtessen kocht uns Carole, die wieder sichtlich bei Kräften ist, eine Rösti. Wie sich der italienische Feiertag dem Ende zu neigt, leert sich auch der Camping Platz. Die meisten Italiener fahren nach Hause. Einzig ein Land Rover mit deutschem Nummernschild richtet sich etwas unterhalb von unserem Stellplatz ein. Morgen wollen wir in den nahegelegenen Naturpark fahren um eine längere Wanderung zu machen.


Aussicht auf dem Camping "La-Bahira"
In der Gartenanlage
Blütenpracht
Kletterfels
Frühling in Sizilien
Blühende Wiesen
Panorama
Stürmisches Mittelmeer
Strand bei San Vito lo Capo
 

Dienstag, 26.04.2016 - Zingaro Naturpark

Die Duschkabinen befinden sich unter freiem Himmel. Am Morgen machen mir da auch die relativ kalten Temperaturen (um 13 Grad) nichts aus und ich geniesse die drei Minuten warmes Wasser, welche mir zustehen. Als ich die Dusche verlasse kommt mir der "Camping-Esel" entgegen. Er hat zwei Körbe angehängt und sammelt mit seinem Herrchen den Abfall ein. Zurück beim Landi sehe ich, wie der alte, vergammelte Wohnwagen auf der Nachbarsparzelle mit einem Kranausleger auf einen Lastwagen verladen wird. Bald kommt auch schon der Land Rover Fahrer zu uns und spricht uns an. Genau einen solchen 130er habe er auch lange gesucht. "Meine Tochter hat ihr Studium fertig und ich möchte Ihr das Surfen beibringen." Meint Dirk. Wir unterhalten uns noch ein wenig über unsere Fahrzeuge. Danach packen wir den Rest zusammen und setzen unsere Reise fort.
Der Zingaro Naturpark schützt die Natur der östlichen Seite des Kaps. Wir fahren bis zum nördlichen Eingang des Parks, wo wir hoch über der felsigen Küste parkieren können. Beim Parkeingang entrichten wir die Gebühr von sieben Euro pro Person. Der zunächst breite Fussweg ändert sich bald in einen schmalen Pfad. Wir wandern durch eine äusserst vielfältige Flora. Immer wieder huschen auch leuchtend grüne Mauer-Eidechsen über den Pfad. Wir gelangen zu einem kleinen, verlassenen Örtchen. Die steinernen Häuser sind dem Zerfall gewidmet. Der Pfad führt weiter zu einer riesigen Aushöhlung in einem mächtigen Felsen. Hier folgen wir dem Pfad hinunter zum azurblauen Meer. Wunderschöne Badebuchten werden von riesigen Feigenkakteen umschlossen. Bunte Schmetterlinge, Schwalbenschwänze und Segler, flattern über saftig blühende Wiesen. Kurz vor dem Verlassen des Parks setzen wir uns in eine hübsch eingerichtete Picknick-Zone und lassen die blühende Umgebung auf uns wirken. Eine tolle Wanderung findet hier ihr Ende. Wir gehen wieder zum Landi, starten den Motor und fahren nach San Vito lo Capo, wo wir in einem kleinen Supermarkt unsere Vorräte füllen. Danach steuern wir eine kleine, bediente Tankstelle an. "Bedient" ist hier im Süden Italiens ein grosser Unterschied zu "Selbstbedienung". Der Liter Diesel kann bis zu 15 Cent mehr kosten was in diesem Fall 1.45 Euro bedeutet. Nun folgen wir der Küstenlinie in Richtung Norden. In Selinunte wollen wir den prächtigen Hera-Tempel besichtigen. Ganz in der Nähe soll auch ein zweckmässiger Camping sein. So erreichen wir nach etwa zwei Stunden das Gelände des Campings Athena. Kaum sind wir zur Einfahrt eingebogen, kommt uns schon der Besitzer entgegen: "Sucht Euch einen Platz aus!" Also fahren wir durch das Eingangstor, wo uns schon ein Gärtner entgegengerannt kommt. Aggressiv fordert er unsere Pässe. Etwas erschrocken reichen wir ihm diese durch die heruntergekurbelte Scheibe. Er sei der "Guardian", wir sollen uns einem Platz suchen. "Bravo" darüber wurden wir schon in Kenntnis gesetzt. Die Pässe will er behalten, was für uns überhaupt nicht in Frage kommt. Also fordern wir uns diese zurück und drehen auf dem "Camping" eine Runde. Von den wohl über 200 Campingplätzen, die wir schon besucht haben, würde dieser knapp auf Rang 201 zu stehen kommen. Äusserst knappe Parkbuchten auf teilweise betonierten Terrain. Ein deutscher Gast erhebt sich von seinem Liegestuhl und meint "Der betonierte Platz da vorne, der ist noch der beste. Da kriegt man keine schmutzigen Füsse!". Uns scheucht der Camping in Windeseile zum Eingangstor. Der Guardian kommt angelaufen, ich sehe noch im Rückspiegel, wie er mit den Händen fuchtelt.
In uns reift der Gedanke, die Besichtigung der Tempelanlagen auf morgen zu schieben und uns für heute einen Camping am Meer zu suchen. Wir finden den Camping Sporting Club Village bei Mazara del Vallo. An der Rezeption werden wir gebeten, entlang einer langgezogenen Mauer zurück zu fahren und bei einem verschlossenen Tor eine Taste zu betätigen. Die Rezeptionistin wird dann das Tor öffnen. Also fahren wir ein Stück zurück und halten vor einem schweren Eisentor, drücken die Taste und fahren auf eine mit Palmen und Bäumen geschmückte Wiese. Wir stellen den Landi ins hohe Gras einer ebenen Senke. Hinter uns hat sich das schwere Eisentor augenblicklich wieder geschlossen. Muss eine gefährliche Gegend sein hier, denke ich mir. Nachdem wir alles eingerichtet haben, laufen wir über die grosszügige Ferienanlage mit Pool und kleinen Bungalows.
Bei der grosszügigen Poolanlage bestellen wir uns ein Kaffee. "Sie benötigen eine aufgeladene Cash-Carte des Campings". Auch ohne diese Bezahlkarte bekommen wir unseren Kaffee. Diese können wir anschliessend bei der Rezeption abholen und aufladen. Wir sitzen mit unserem Kaffee gemütlich an der Poolanlage,als der Patron um die Ecke kommt. Mit seinem etwas zu gross geratenen, dunklen Anzug und dem schwarzen, mit einem weissen Band geschmückten Hut, wirkt er dem Ensemble von "der Pate" entsprungen. Er gibt seinem Angestellten ein paar Anweisungen. Wir geniessen den Kaffee und holen uns anschliessend die Bezahlkarte. Wieder zurück beim Pool begleichen wir unsere Rechnung. Gleich nebenan steht ein Restaurant neben einem grosszügig ausgestatteten Fitnessalon. Wir betreten das Restaurant und fragen nach, ob heute Abend geöffnet ist. Die Patronin kommt auf uns zugelaufen "Doch, doch - wir haben frischen Seefood!". "Nein, uns ist nicht nach Seefood." "Doch, unser Seefood ist sehr gut!" Und so dauert es eine Weile, bis wir erfahren, dass auch anderes Essen zu bekommen ist. Wir reservieren für heute Abend einen Tisch. Zurück beim Landi geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen und machen uns bereit zum Abendessen. Ein TV-Gerät hängt an der Decke des karg geschmückten Restaurants. Eine Frau sitzt in kurzem Abstand mit Fernbedienung vor der "Kiste" und schaut gebannt nach oben. Wir bekommen einen Tisch zugewiesen und werden vom netten Kellner bedient. Interessanter als das Nachtessen sind die, mafiösen Szenen, welche sich in einem Gewölbe des Restaurants abspielen. Die Patronin sitzt am runden Tisch und gibt ein paar Leuten Tipps und Anregungen. Danach ist die die "Frau vom TV" an der Reihe. Auch hier Tipps und Anregungen. Zu guter letzt kommt "der Pate" Patron dazu. Es wird genuschelt, diskutiert, geschwiegen. Die ganze Szenerie erinnert an grosse Mafiafilme wie "der Pate" oder "GoodFellas". Das bestellte Risotto schmeckt vorzüglich. Anders verhält es sich beim Stück Fleisch. Es ist zäh wie eine Schuhsohle und lässt sich bestenfalls hinunterwürgen. Im Dunkeln gehen wir zurück zum Stellplatz.

Parkplatz beim Naturpark
Wanderweg im Zingaro Naturpark
Schöne Badebuchten
Kakteen
Markanter Fels
Blüte
Segler
Sizilianische Mauereidechse
 
Zaunkönig
Camping Sporting Club Village
 

Mittwoch, 27.04.2016 - Mazaro del Vallo / Selinunte

Am Morgen betrete ich in aller Früh den Duschraum. Die Duschkabinen haben bestenfalls Briefmarkengrösse. Der Umkleidevorgang muss also vor einer der vier Kabinen stattfinden. Der erste Schritt ist gemacht nur will mich die Dusche nicht mit warmem Wasser verwöhnen. Ich versuche kurz alle vier Duschen. Kein Erfolg - also geht's rein in die Kaltwäsche. Carole hat sich zwischenzeitlich bei der Rezeption nach einem Taxi in die Stadt Mazaro del Vallo erkundigt. Nach einem kurzen Telefonat ist für die Rezeptionistin klar "kein Taxi verfügbar". "Was!" Carole fragt um sicher zu gehen ungläubig nach. Aber es ist so. Nun denn, wir packen unsere Sachen und fahren mit dem Landi auf einen grosszügigen Parkplatz beim Bootshafen. Sofort kommt ein Arbeiter auf uns zu, weist uns ein und reicht die Hand für zwei Euro. "Ihr Fahrzeug steht hier sicher!". Mit ein paar wenigen Schritten landen wir in der bezaubernden Altstadt von Mazaro del Vallo. Die verwinkelten Gassen wirken wie ausgestorben. Wir sehen viele schöne Details, erreichen mittelalterliche Parkanlagen und Gotteshäuser. Eine Ratte verschwindet vor uns in der Kanalisation und kurz darauf begrüsst uns eine alte Frau vom Balkon herunter. "Wo finden wir die Kasbah". Doch die alte Frau kann uns nicht verstehen - unser italienisch ist aber auch zu schlecht. Also kehren wir zuerst in einem kleinen Restaurant ein und geniessen einen Kaffee. Wir zücken unser Smartphone und finden (dank GPS) den Weg zur Kasbah, welche von der tunesischen Besatzung erbaut wurde. Hier betreten wir einen grossräumigen Platz und bestaunen die mit Säulen und Fresken verzierten Gebäude. Das alte Mauerwerk und die davonstehenden Palmhaine lassen einen orientalischen Eindruck entstehen. Ein Bettler kommt zu uns und deutet uns an, dass er eine Zigarette möchte. Dem alten, gebückt gehenden Mann fehlt aber noch ein Euro zum Glück. Den geben wir ihm und schnurstracks begibt sich der Bettler in den Kiosk. Danach gehen wir gemütlich weiter und gelangen zu einer grossen Parkanlage wo alte, knorrige Bäume mit Baumstämmen von gigantischem Umfang stehen. Kurze Zeit später stehen wir auch schon wieder bei der Hafenanlage wo unser Landi steht. Ich schalte die Alarmanlage aus und öffne die Türe. Sofort geht das Alarmhorn an. Irgendetwas habe ich wohl falsch gemacht. Einschalten/Ausschalten - Aber das Alarmhorn geht immer wieder an. Es muss wohl ein Defekt vorliegen. Wie üblich dreht sich kein Mensch um, wenn der Alarm losgeht. Auf diese Sicherheitsmassnahmen kann man also getrost verzichten – Denke ich mir. Nun kommt auch noch die Fahrerin eines WOMOS gelaufen und fragt, ob man hier fürs Parken wirklich bezahlen muss. "Doch, doch - geben Sie dem Parkwächter zwei EURO!" Doch dieser winkt ab - "Nein - Ein Euro reicht". Ich kratz mich am Kopf. Haben wir nicht zwei bezahlt? Was soll`s. Die Alarmanlage ist ausgeschaltet und wir fahren durch schmale Gassen raus aus der Grossstadt.
Bald sind wir wieder umgeben von Natur und Ackerland. Die Strasse neigt sich abwärts. Trotzdem - das Temposchild 10 löst Kopfschütteln aus. Und natürlich hält sich niemand an das Limit. Bei Selinunte fahren wir auf den grosszügigen Parkplatz der Ausgrabungsstädte. Die farbigen Souvenierstände verleiten uns schon kurze Zeit später zu einem kurzen Kaufrausch. Aber eigentlich sind wir ja wegen der archäologischen Funde hier. Wir bezahlen den Eintritt und gelangen durch eine kleine Schleuse auf die grossflächige Ausgrabungsstätte. Hier bestaunen wir die grossartigen Tempelruinen von welchen der Hera-Tempel besonders heraussticht. Obwohl er vor 2`500 Jahren von den Griechen erbaut wurde, ist der Tempel besonders gut erhalten. Wir verbringen etwa zwei Stunden auf der Anlage und suchen uns dann am Meer einen Camping. Der kleine Camping La Palma verfügt zwar über eine sehr einfache Ausrüstung. Er öffnet sich aber gegen einen wunderschönen, zu dieser Jahreszeit menschenleeren, Sandstrand. Wir bezahlen beim freundlichen Besitzer die Nacht und treffen noch auf einen Mofafahrer, der eben angekommen ist. Sein Piaggio ist voller Aufkleber, sein Helm voller Unterschriften. Er ist ganz aus dem Norden Italiens angereist. Wir führen ein kurzes Gespräch und begeben uns schon bald zur Nachtruhe.

Im Hafen von Mazaro del Vallo
Tunesische Altstadt
Kasbah    
Teil der Kasba
Hera Tempel
Nicht meine Schuld...
Hera Tempel
Ausgrabungen in Selinunte
Camping La Palma

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