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  Reisebericht Frankreich Provence 2014

Frankreich Provence (1`910 km)

Samstag, 29. März 2014
Es ist bereits später Vormittag, als wir mit dem Landy auf die Autobahn Richtung Genf einbiegen. Die beiden ersten Etappen der Reise werden wir auf Autobahnen zurücklegen, um unser Ziel möglichst rasch zu erreichen. Wir folgen also der Autobahn bis Grenoble, wo wir nach Westen abbiegen, um über eine extrem kurvenreiche Strasse das nette Autrans auf 1050müM zu erreichen. Der Camping hat hier noch für eine Nacht geöffnet, bevor er in die Frühlingsferien geht. Entsprechend ist Aufbruchstimmung angesagt. Vorzelte werden eingeräumt und Wohnwagen weggekarrt. Ein kleiner Bummel führt uns ins naheligende Feriendörfchen. Hübsche kleine Läden, ein paar Restaurants und emsiges Treiben in den Gassen und auf dem Dorfplatz. Wir sind fast ein wenig entzückt und genehmigen uns auf einer kleinen Terrasse einen Drink.


 

Sonntag 30. März 2014
Nach einem kleinen Frühstück fahren wir wieder hinunter nach Grenoble. Bei der Abfahrt öffnet sich uns der Blick auf die Alpenmetropole. Weiter geht die Fahrt südwärts bis nach Sisteron, dem Tor zur Provence. Wir verpassen den Parkplatz und müssen uns nun mit unserem Gefährt durch die sehr engen Gassen schlagen, ohne die metallernen Pylonen, welche wie Pilze seitlich aus der Strasse ragen, zu rammen. Sisteron hat sich für uns herausgeputzt. Die schmalen Gassen versprühen jedenfalls einen gewissen Charme. Wir gehen nun steil aufwärts zur alles übertronenden Zitadelle, welche bereits im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Der Besuch dieses imposanten Bauwerks kostet zwar über 6 Euro, was einem dann aber erwartet, ist den Eintritt allemal wert. Über enge Treppen und Gassen, durch Gruften und Gemäuer erklimmen wir in schwindelerregender Höhe die Festungsmauer.
Anschliessend fahren wir noch zu den Felsformationen von Les Mées, welche schon bald beeindruckend vor uns in die Höhe ragen.
Die folgende Suche nach einem geeigneten Platz für die Nacht ist etwas schwierig. Die Campings haben noch geschlossen, und so finden wir in St. André Les Alpes einen Parkplatz im Dorfzentrum. Beim Bummel werden wir vom Besitzer eines Restaurants angesprochen, der uns gleich sein "La Table de Marie" empfiehlt. Hier kehren wir gegen 19.00 Uhr ein und geniessen ein wunderbares Nachtessen.


 
 


Montag, 31. März 2014
Als ich erwache ist es taghell in unserer Kabine. Ich will aufstehen, merke aber, dass ich immer noch seltsam müde bin. Durch das Dachfenster blicke ich auf eine Strassenlaterne, welche direkt über uns in die Schlafkoje blendet. So ein Seich... Also nochmals umdrehen und das nächste Mahl auch den Raum über uns im Auge behalten.
Nach kurzem Frühstück geht's bereits um etwa 08.30 Uhr los. Gut eine Stunde später erreichen wir mit Trigance eine historische Ortschaft. Schöne, einsame Gassen führen im Zick Zack das steile Gelände hinauf bis zu einer Burg, welche in Privatbesitz ist, kurz davor heisst es also umdrehen. Auf dem Rückweg blick man auf typische Provence Landschaft hinunter.
Der Verdon entlang geht die schmale Strasse nun durch den "Grand Canyon". Dieses anspruchsvolle Teilstück bietet immer wieder einen ehrfürchtigen Blick in den Schlund der Bucht an deren Ende wir über Lavendenfelder, welche jetzt leider nicht in der Blüte stehen, wiederausgespuckt werden.
Der von uns angepeilte Camping hat noch nicht geöffnet. Die Besitzer empfehlen uns jedoch den La Baume Camping, der nur ein paar Kilometer entfernt liegt. Hier finden wird nun tatsächlich ein idyllisches Plätzchen an einem schmalen Bachlauf, auf einem typischen Hofgut.


 
 
Dienstag, 1. April 2014

Vogelgezwitscher weckt uns am Morgen. Nach dem frühstücken packt uns die Wanderlust. Über einen gut ausgebauten Naturpfad wandern wir nach Esparron de Verdon. Unterwegs queren scharenweise Tausendfüssler den Weg. Zuerst versuchen wir diesen drolligen Insekten noch auszuweichen, mit der Zeit wird das jedoch fast unmöglich. Fast mehr als das Rebhuhn schrecken wir zusammen, als dieses aus nächster Nähe die Flucht ergreift. Nachdem der Weg zuerst leicht ansteigt, öffnet sich uns von oben ein wunderbarer Blick auf Esparron de Verdon mit seinem tiefblauen See. Im Dorf können wir ein paar Einkäufe erledigen und in einem Baum erblicken wir den farbenprächtigen Weidenhopf.
Ein Trampelpfad entlang des Bachlaufes führt uns schliesslich wieder zurück zum Camping. Bevor wir unseren prachtvollen Stellplatz geniessen, benutzen wir noch den hauseigenen Pool, welcher in einem gewärmten Wintergarten steht und die Boule Bahn, um unsere Wurfkünste zu testen.
 
 
Mittwoch, 2. April 2014
Hier hätten wir es bestimmt länger ausgehalten. winkend verabschieden wir uns von den sehr netten Besitzern. Für die heutige Tour stehen einige Sehenswürdigkeiten der Provence an, an denen wir nicht einfach so vorbeifahren wollen. Zuerst besuchen wir das emsige Treiben am Markt von Aups, welcher sich auf dem grosszügigen Dorfplatz unter Platanen ausbreitet. Bei einem Kaffee beobachten wir das Marktgeschehen. Tourtour, welches als eines der schönsten französischen Dörfer bezeichnet wird, überrascht mit einem wunderbaren Ausblick über die Provence. Die Dorfkirche steht filmreif auf einer Anhöhe, von wo man hinab in die schmalen Gassen der Ortschaft gelangt. Alles sehr beschaulich.
In Sillans-La-Cascaden sollte ein, der Name sagt es schon, Wasserfall auf uns warten. Wir laufen entlang des Wasserlaufes, finden die Cascade jedoch nicht. Entweder ist sie versiegt, versteckt, verkauft oder entführt. Egal, aber die Cascade bleibt für uns ein Mysterium.
In Cotignac besichtigen wir den malerischen Dorfplatz und die darüber thronenden, in Fels eingelassenen Wohnhöhlen. Später staunen wir über die 23 Euro, welche uns für ein paar Frites, zwei Cola und zwei Kaffee abgeknöpft werden.
Gemäss unserer Camping-App hat es abgelegen, in den Hügeln der Provence einen Camping. Über ein sehr schmales Teerband entlang unzähliger Waldbrandwarnschilder erreichen wir nach abenteuerlicher Fahrt den Ort, wo nun leider kein Camping steht. Mühsam Kämpfen wir uns entlang von Dornbüschen über ein halboffizielles Strässchen wieder zurück auf die Hauptstrasse.
Unser Navi leitet uns zu einem weiteren abgeschiedenen Camping. Über Schotter erreichen wir das Ziel, aber auch hier ist nichts. Wir wenden wieder und halten kurz vor der Hauptstrasse, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Da hält ein alter Peugeot neben uns. "Wir sollen im Nachfahren, er kenne einen Camping in der Nähe...". Über Schotter geht es wieder zurück und tatsächlich erreichen nach ein paar Kilometer einen einfachen Campingplatz. Der nette Besitzer ist sichtlich erfreut, das irgendwer zu diesem versteckten, nicht ausgeschilderten Platz gefunden hat, wo zur Hauptsache arbeitende, günstig lebende Franzosen wohnen. Er schenkt uns auch gleich ein Körbchen mit typischen Provence-Produkten.
 

Donnerstag, 3. April 2014
Wir fahren zur südlich von Toulon gelegenen Halbinsel von Giens. Nach längerem Suchen finden wir auf dem Camping International ein Plätzchen. Hier haben sich zahlreiche Surfer eingefunden, welche mit dem heute kräftigen Wind gut versorgt werden. Ansonsten bietet der Camping wenig beschauliches, die Stellplätze sind recht schmal und der Blick auf das Meer bleibt weitgehend verwehrt.

 

Freitag, 4. April 2014
Erstmals lässt sich heute die Sonne nicht blicken. Wir besuchen den nahegelegenen Naturpark. Mit dem Fahrrad sind wir in zehn Minuten bereits dort. Wir binden diese an einem Baum fest und begeben uns in den mit Büschen und Pinien bewachsenen Park. Schon bald steigt uns ein süsser, gewürziger Duft in die Nase, der uns während der folgenden Wanderung begleitet. Auch angriffige Moskitos in Scharen begleiten uns. Der Pfad schlängelt sich entlang der wunderschönen Felsküste und bietet Ausblicke auf die umliegenden, kleinen Inselchen, welche von Wasservögeln zum brüten verwendet werden.
Nach ein paar Stunden kehren wir verzückt von der Wanderung zu unseren Fahrrädern zurück und radeln zu den salzigen Teichen, welche sich beim Inselzugang befinden. Hier hat sich eine Kolonie Flamingos eingenistet. Auch finden wir hier ein einfaches, überaus gemütliches Strandrestaurant. Zurück zum Camping. Am späten Nachmittag besuchen wir noch das verschlafene Dorf, welches oben auf der Halbinsel thront und fantastischen Weitblick gewährt.

 

Samstag, 5. April 2014
Wieder fahren wir mit dem Rad in die Nähe des Naturparks. Diesmal jedoch auf die östliche Seite, um einen anderen Teil des Naturparks kennen zu lernen.
Auch diese Wanderung ist anstrengend aber überaus reizvoll. Entlang der verzettelten Felsküste schlängelt sich der schmale Pfad durch Busch und Pinienwald. Das Meerwasser ist glasklar und wird durch das heutige Himmelblau verwöhnt. Wir sind begeistert und geniessen die Wanderung in vollen Zügen.

 
 

Sonntag, 6. April 2014
Zeitig verlassen wir den Camping, mit dem wir uns dann doch noch versöhnen konnten. Entlang hochragender Felsküste führt uns die Strasse zu fantastischen Aussichtspunkten, von wo der Blick hunderte von Metern, senkrecht über zerklüftete Felsen zur Küstenlinie hinabfällt.
Über Cassis und Marseille erreichen wir den Camping le Mas, der ungehindert Sicht auf das tiefblaue Meer gewährt. Ja fast ungehindert Sicht, einzig ein grüner Zaun stört da ein wenig. Zahlreiche Wanderer und Sonntagsspaziergänger flanieren vor unserem Landy der Küste entlang.
Jochen und Ingrid, Defender Fahrer aus dem Elsass, sind auf uns und unser Gefährt aufmerksam geworden. Es entwickelt sich ein anregendes Gespräch, natürlich mit viel Fachgesimpel.
Abends besuchen wir ein Restaurant ganz in der Nähe. Das Essen ist vorzüglich.


 
 

Montag, 7. April 2014
Das etwa 2 km Luftlinie entfernte Carro erreichen wir heute nach 5 km Fussmarsch der unförmigen Küste entlang. Der Fischmarkt, den wir besuchen wollten, schliesst gerade. Direkt am Meer liegt hier ein gutbesuchter Stellplatz. Wir schlendern einwenig durch das Dorf, welches ausser dem Hafen nicht viel bietet, und kommen an einer Bushaltestelle vorbei. Dem Zettel, der aushängt, entnehmen wir, dass nur alle paar Stunden ein Bus fährt. Aber Moment mal, sollte nicht gerade jetzt eine Verbindung stehen...? Kaum ausgesprochen, kommt der Bus auch schon gefahren. Wir fragen den Chauffeur, ob er in unsere Richtung fährt. Tatsächlich, und schneller als gedacht sind wir wieder bei unserem Camping.
Wir laden Ingrid und Jochen spontan zu einem Apéro ein und der Tag geht gemütlich zu Ende.

 

Dienstag, 8. April 2014
Sausset le Pins liegt östlich unseres Campings. Zu diesem Städtchen wollen wir heute laufen. Wir verabschieden uns von Ingrid und Jochen (Vielleicht sehen wir uns einmal im Elsass, die Adresse und eine Einladung haben wir bekommen) und begeben uns in östliche Richtung. Der Weg führt uns entlang des glasklaren Meerwassers. Sauset le Pins ist um einiges lebhafter als Carro und verfügt sogar über einen ansehnlichen Hafen mit entsprechender Promenade. Hier machen wir es uns bei einem Glas Wein und Frites gemütlich. Ein Umzug mit unzähligen, verkleideten Kindern und Eltern läuft während mehreren Minuten an uns vorbei. Auch zurück gehen wir zu Fuss, womit wir bei Ankunft fast 10 km gelaufen sind.

 
 

Mittwoch, 9. April 2014
Wieder ist schönstes Wetter, und ausser einem kleinen Ausflug an die vorgelagerten Klippen, wo wir einen vorbeifliegenden Kranich beobachten können, unternehmen wir heute rein gar nichts. Wir geniessen unsere herrliche Terrasse mit Meerblick und machen es uns im Liegestuhl mit einem guten Buch gemütlich.

 

Donnerstag, 10. April 2014
Früh fahren wir los Richtung Avignon. Die Stadt mit dem bekannten Namen soll uns heute beglücken. Ganz in der Nähe des Pont d'Avignon finden wir den gleichnamigen Camping.
Zu Fuss sind wir rasch in der Stadt, wo wir die altertümlichen Gebäude, die feinen Geschäfte und die lebhaften Plätze auf uns einwirken lassen. Über allem dem thront der ehemalige Papstpalast, von wo aus etliche Päpste regierten.
Zurück, über die Rhône bringt uns ein kleines Boot, dessen Benutzung gratis (!) ist.

 
 
Freitag/Samstag, 11./12. April 2014
Über die Landstrasse fahren durch das Rhône Delta Richtung Valence. Kurz nach Valence Richtung Grenoble sollte unser Wunschcamping stehen. Obwohl überall (Internet, Campingführer, Schild am Eingang) als geöffnet bezeichnet, hat er in unserer nüchternen Wirklichkeit geschlossen. Also wieder ein Stück zurückfahren... schliesslich finden wir einen angenehm verwilderten Camping, mit vielen Bäumen und noch mehr Sonnenstrahlen. Den Platz teilen wir mit einem Rotbrüstchen, einem Eichhörnchen und einem kleinen Wasserfall. Wir richten uns ein und geniessen den letzten Ruhetag vor der Heimreise.