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  Reisebericht Deutschland 2017

Deutschland (2`770 km)

Samstag, 22. April 2017
Gedanken über den Verlauf unserer Reiseroute haben wir uns keine gemacht. Wir wollen in richtung Norden, vielleicht der alten, Deutsch-Ostdeutschen grenze entlang, dabei Städte wie Dresen oder Berlin besuchen, und schauen was kommt. Der oft angenehm warme Monat April hat uns die Entscheidung, gegen Norden zu fahren, etwas einfacher gemacht.
Nachdem unser Kater Lucky im Dezember vom Zug überrollt wurde, haben wir unserem Marly das Weibchen "Amy" zur Seite gestellt. Die beiden harmonieren recht gut. Trotzdem fällt der Abschied von den aufgeweckten vierbeinern, welche während unserer Abwesenheit gut betreut sein werden, schwer.
Auch unser Ladi ist wieder ein Jahr ältergeworden. Das merkten wir bei einer kurzen Ausfahrt vor einer Woche, als das typische "Keilriemenquitschen" einsetzte. Es lag am ausgeleierten spanner des Riemens.
Also alles auseinander genommen, eingefettet und wieder zusammengesetzt.
Unsere erste Reiseetappe führt uns über Basel nach Mannheim.
Wir profitieren auf der ganzen Strecke von einem füssigen Samstagsverkehr und kommen flott voran.
Kurz vor Mannheim finden wir den Campingplatz Blaue Adria. Das klingt schon mal gut. Für etwa 12 EURO erhalten wir einen preisgünstigen Stellplatz.
Wir stehen in einem ruhige Naherholunggebiet. Viele Wassertümpel und Naturpfade sorgen für die perfekte Illusion, weit weg von irgendeiner Grossstadt zu sein. Das tolle Strandbad versprüht sogar echten Adria Charmé.
Zurück von einem ausgedehnten Spaziergang gesellt sich Franz zu uns. Er möchte wissen, was unser Gefährt gekostet hat, weil das eventuell eine Alternative für Ihn währe. Franz selber hat einen riesigen, amerikanischen Trailer. Den braucht er aber auch. Das Haus hat er an seien Ex-Frau verloren und nun hat er sich mit dem Trailer auf dem Campingplatz eingelebt. "Ich bin jetzt sehr glücklich un zufieden mit meiner Wohnsituation" meint er - und wir glauben Ihm das auch.
Der Abend wird etwas lauter. Eine Menschengruppe in altertümlicher Ritterkleidung hat Festspiele.
Wir sind aber so müde, dass wir bald einschlafen.

 
 

Sonntag, 23. April 2017
Als wir auf die Autobahn einbigen, nehmen wir fahrt auf richtung Dresden. Fahrt aufnehem ist das richtige Wort. Unser Landi braucht immer etwas länger, bis er in die Gänge kommt.
Die Autobahn ist heute befreit von den grossen Brummis, das Sonntägliche Fahrverbot hat sie auf die zahlreichen Picknick-, Park- und Rastplätze beidseits der Autobahn verdrängt. Diese sind dafür zum Teil dermassen zugeparkt, dass dazwischen kaum ein PW mehr Platz findet.
Mit viel Rückenwind schaffen wir es auf 105 km/h, abwärts auch mehr... Aber bei unbegrenzter Tempolimite sind wir höchstens halb so schnell unterwegs wie die modernen BMS`s, Audis und Maserattis, die uns im Tiefflug überholen.
Trozdem kommen wir für unsere Verhältnisse flott vorwärts. Nahe Hochkenheim fällt uns das Technik Museum Speyer auf, wo eine ausgediente Concorde in den Himmel ragt.
Zahlreiche Windräder sorgen im weiteren für alternative Energie. Eines hat ganz offensichtlich den Geist aufgegeben. Seine Blätter sind jedenfalls futsch.
Am späteren Nachmittag passieren wir die alte, Deutsch-Deutsche Grenze und erreichen schliesslich das beschauliche Möschwitz. Ganz in der Nähe finden wir den Campingplatz Gunzenberg.
Aus der Ferne wirkt die Anlage, welche zur Hauptsache aus eng ineinanderverkeilten Campinghäuschen aus früheren DDR Zeiten besteht, wie eine Brasilianische Fawela. Der umstand, dass sich die Häuschen an einem steilen Abhang zur Talsperre Pöhl, einem Stausee, befinden, verstärkt diesen Eindruck. Uns wir aber von einem freundlichen Mitarbeiter ein geräumiger Stellplatz mit Seesicht, etwas abseits der Dauercamper, zugewiesen.
Für das Abendessen spazieren wir dann nach Möschwitz, wo wir im über hundertjährigen Gasthaus Edelweiss unter anderem köstliches Wildschwein und Spargeln serviert bekommen.

 

Montag, 24. April 2017
Strahlender Sonnenschein begrüsst uns am Morgen. Eigentlich wollten wir heute nach Dresden fahren. Aber hier soll es einige schöne Wanderwege haben, und bei diesem Wetter... Nun ja, nach dem Frühstück ist unser Entscheid gefallen. Wir bleiben noch einen Tag. Plauen, eine Grosstadt mit etwa 70`000 Einwohnern, ist bekannt für die friedliche Oktoberrevolution von 1989 und soll unser Ziel sein.
Unsere Wanderung führt uns zuerst etlang der Talsperre Pöhl. In den Waldstücken entlang des Gewässers sehen wir viele Vögel, wie zum Beispiel Eichelhäher, Kuckcuk oder Buntspechte.
Nach einer weile biegt der Wanderweg ab nach Pöhl und führt über beispiellos schöne Wiesen und Auengebiete. Entlang der Tümpe sonnen sich viele Amphibien. Wenn wir zu nahe tretten hören wir es plätschern, und schon sind die Frösche untergetaucht.
Nach über acht Kilometer landen wir im ausladenden Vorort von Plauen und durch eine Grafitiverschmierte Unterführung gelangen wir zur Strassenbahn.
Die Innenstadt von Plauen wird durch eine grossräumige Fussgängerzone bestimmt. Strassenbahnen sind hier die einzigen Verkehrsteilnehmer. Ansonsten versprüht die Stadt einen glamurösen Charme. Ende des zweiten Weltkrieges wurde sie durch alliierte Bomben dem Boden gleich gemacht. Und kurze Zeit später übernahmen die Russen das Kommando. Unter ihrem Diktat wurden die privaten Betriebe verstaatlicht und der Rest ist Geschichte.
Wir finden eine gemütliches Restaurant. Eine von der Biese geschützte Ecke lässt uns hier die Sonne geniessen. Beim Vorzüglichen Essen gesellt sich die penssionierte Helge zu uns. Sie ist hier aufgewachsen und erzählt uns Ihre Geschichte. Nach der Wende hat sie mit Ihrem Mann privatwirtschaft betrieben. Sich so über Wasser gehalten. Von den 600 EURO Rente könnte Sie heute nicht leben, hätte sie kein Hauseigentum. Das beste nach der Wende waren nicht die Bananen, die man nun kaufen konnte, sondern die offene Grenze. Seither hat die aufgestellte Frau auch schon neun Kreuzfahrten, unter anderem in die Karibik, gemacht.
Wie viele andere in der Stadt ist sie der Meinung, dass wir in der Schweiz keine Flüchtlinge aufnehmen. Dem müssen wir wiedersprechen.
Am späteren Nachmittag rufen wir ein Taxi das uns zurück zum Camping fährt. Auch Daniela, unsere Fahrerin, ist sehr gespächig. Sie führt das Taxiunternehmen gemeinsam mit ihrem Mann. "Der ist zu Hause und nutzt das schöne Wetter um den Rasen zu mähen".

 

Dienstag, 25. April 2017
Bei trüb-grauem Wetter verlassen wir den Campingplatz. Die nächsten etwa zweihundert Kilometer nach Dresden, wollen wir ausschliesslich über Landstrassen fahren. Die Strecke führt abwechselnd rauf und runter, über viele kleine Erhebungen, durch zahlreiche Dörfer, Wälder und über Wiesen. Auffallend wenig der unbebauten Landfläche ist kultiviert.
Bei Cämmerswalde führt ein Schild mit der Aufschrift "Flugzeugmuseum" zu einem kleinen Restaurant. In desse Rasen stehen alte, russische Flugzeuge. Die Iliuschin IL-14 bediente früher die Strecke Berlin-Leningrad. Das Innere des alten Flugzeugs ist sehr gut erhalten. Wir nehmen Platz auf einem der Sitze, die für heutige Verhältnisse abseits jeder Sicherheitsnorm, aufgestellt sind. Wir Sitzen uns nähmlich an einem der Tische, wie in einem Zugs-Wagon, gegenüber.
Auch eine ausgediente MIG-21 der DDR-Arme steht wuchtig auf dem Rasen. Daneben wirkt der Helikopter, ein MI-2, schon fast wie ein Spielzeug.
Kurz vor Dresden finden wir den Camping Mockritz. Er steht schön im Grünen, in einem ruhigen, Dresdener Vorort.

 
 

Mittwoch, 26. April 2017
Dass Dresden eine schöne Stadt sein soll, haben wir schon öfters gehört. So machen wir uns mit viel Vorfreude auf den Weg in die Innenstadt. Hier sind gerade die Aufstellarbeiten für den Frühjahrs-Markt im Gange.
Dresden wurde gegen ende des zweiten Weltkrieges, am 13. und 14. Februar 1945 von den Allierten Streitkräften zerbombt. Schätzungsweise 40`000 Menschen kamen dabei ums Leben.
Natürlich hat dieses Ereignis auch das Stadtbild verändert. Die Historischen Gebäude in der Altstadt wurden aber wieder Detailverliebt aufgebaut und Restauriert. Und so staunen wir auf die überdimensionale Kuppel der Frauenkriche, spazieren im grosszügigen Innenhof des Zwingers, stehen vor der faszinierenden Semperoper oder denken bei der pittoresken Gestalt der katholischen Hofkirche an den Turm aus "Herr der Ringe". In der Elbe stehen restaurierte Dampfschiffe. Der austrettende Dampf hüllt die Umgebung in Mittelalterliches Flair.
Zum Abschluss laufen wir noch durch eine grosszügige Grünanlage, vorbei am Fussballstadion, zum Dresdner Zoo. Auch hier hatte der Krieg alles verwüstet. Alle Raubtiere wurden schon vor dem grossen Bombenangriff erschossen, damit die Tiere nicht etweichen konnten.
Heute sind die Anlagen so Tiergerecht wie möglich eingerichtet. Als einer von acht Zoologischen Gärten in Europa hält der Zoo auch Koala-Bären.

 

Donnerstag, 27. April 2017
Berlin ist unser Ziel für heute.
Da wir für unseren dieselbetriebenen Land Rover keine Umweltplakette erhalten, können wir nicht direkt in das Zenteum fahren. Vorbei an der Grossbaustelle des neuen Flughafens umkreisen wir die Innenstadt und finden schliesslich den Wohnmobilpark in Berlin Tegel.
Das Gelände hat Stellplatzcharakter. Einzig beim Preis kann der " Park ohne Charmé" mit jedem komfortablen Campingplatz mithalten.
Bei unserer Ankunft ist es bereits später Nachmittag. Eine Teil-Besichtigung der Stadt macht also keinen Sinn mehr. Dafür spazieren wir ein wenig durch Alt-Tegel wo die Kaffes und Restaurants Stühle und Tische nach draussen gestellt haben und nun von der Sonne angelacht werden.
Wir setzen uns ein wenig hin und geniessen. Etas später flanieren wir weiter bis zum Tegeler See, wo die Flanierzone in ein Meer aus farbenfrohen Tulpen übergeht.
In Alt-Tegel gehen wir in das kleinste Restaurant und werden vorzüglich bedient.

 
 

Freitag, 28. April 2017
Berlin mit ein paar Zeilen zu erklären währe "Perlen vor die Säue" geworfen. Deshalb nur das wichtigste. Wir steigen in die U-Bahn und lassen uns zum Brandenburger Tor chauffieren. Hier bestaunen wir die historisch wichtigen Gebäude und Skulpturen. Beeindruckend ist das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Eher lästig sind die Tourenanbieter für Rundfahrten in zweistöckigen Bussen. Das Wetter passt, so dass wir zu Fuss von hier zur Spree und zum Alexanderplatz gehen können. Ein etwa 7km langer Fussweg, der viele Sehenswürdigkeiten einschliesst.
Dabei machen wir auch einen Bogen zum Checkpoint Cahrlie der endgültig zur einer rein touristischen Attraktion verkommen ist. Die angeheuerten Soldaten-Schauspieler, welche sich mit touristen Fotografieren lassen, nehmen dem Ort die Triste Würde, die er verdient hätte. Europa auf dem Weg ins amerikanische Disneyland.
Mein Blick richtet sich gegen den Boden, wo goldene Placketten in den Asphalt eingelassen sind. Darin eingraviert, der Name von jüdischen vertriebenen, enteerten und geschändeten. Die plaketten stehen dort, wo das jeweilige Haus des deportierten Stand.
Wir besuchen noch das überteuerte Sea Life Aquarium mit dem Aqua Dome, dem grössten zylindrischen Aquarium der Welt. Hier gehts mit dem Lift durch die Wasserröhre, welche in einem Kongress- und Hotelkomplex steht. Alles wirkt Sureal. Die Fische fliegen quasi vor den Türen der Hotelzimmer durch. "Fliegende Fische in Berlin". Da gehen wir dann doch lieber in einem echten Riff schwimmen...
Beim Alexanderplatz endet dann unser Fussmarsch vor dem 368m hohen Fernsehturm, dem imposanten, grössten Bauwerk Deutschlands. Natürlich müsste mann die vielen Museen besuchen, um tiefer in die eindrückliche Geschichte Berlins einzutauchen.
Die Tatsache, dass nach der Wende über eine Million Menschen aus der Stadt ausgezogen, und ebensoviele wieder in die Stadt eingezogen sind, hat der Stadt die idendität geraubt. Zu stark lauert der Kommerz in der betrüblichen Geschichte Berlins.

 
 

Samstag, 29. April 2017
Wir verlassen Berlin in Richtung Hamburg. Unsere Route haben wir im Vorfeld nur grob skizziert so dass wir uns jetzt entscheiden die Abzweigung nach Rostock zu nehmen. Die Autobahn führt durch die Mecklenburgische Schweiz, wo einige Nationalparks und Reservate stehen. So sieht man links und rechts der Autobahn viel Rotwild und graue Kraniche. Die imposanten, bis 1.3 m hohen Vögel stehen oft in Gruppen zusammen.
Wir verlassen die Autobahn an ihrem nördlichsten Scheitel und Fahren über die Landstrasse zur Küste. Hier steht das Ostseecamp Seeblick. Die Terrassierten Stellplätze bieten wundervolle Ausblicke auf die Ost-See.
Bei Sonnenschein parken wir auf einem perfekten Grundstück, geniessen den Tag und gegen neun Uhr Abends den Sonnenuntergang.

 
Sonntag, 30. April 2017
Für den ganzen Tag ist Sonnenschein angesagt und die Campinganlage gefällt uns vorzüglich. Wir sehen keinen Grund weiterzureisen und genehmigen uns einen Ruhetag. Am Strand finden wir eine windgeschützte Bucht. Segelschiffe ziehen durch das herrlich blaue Gewässer und es wird sogar richtig warm.
Bei einem feinen Nachtessen im Campingrestaurant lassen wir den Tag ausklingen.
 

Montag, 01. Mai 2017
Entlang einer langgezogenen Steilküste führt ein Fussweg nach Rerik. Ein schmaler Hain auf Gestrüpp und bäumen trennt den Weg vom meterhohen Abriss.
Nach etwa einer Stunde erreichen wir Rerik. Ein markanter Pier des alten Seebades ragt meterlang in die Ostsee. Eine kälteresistente rennt nackt in die kalten Fluten. Ansonsten geniessen viele den freien Tag mit einem spaziergang am Strand oder mit Sonnenbaden in einem der hübschen Strandstühle.
Rerik hat aber noch mehr zu bieten als das Strandbad. Das kleine Dorf endet in einer Hafenanlage mit Fischereibetrieb. Restaurants und Geschäfte umschliessen einen grossflächigen Platz und die Hafenanlage. Hier setzen wir uns hin, essen etwas und schauen dem munteren Treiben zu.
Vorsorglich bezahlen wir heute den Platz. Vielleicht bleiben wir aber auch noch einen Tag, denn hier soll es für die nächsten Tage noch Sonnig bleiben.

 

Dienstag, 02. Mai 2017
Der sonnige Morgen und die trüben Wetteraussichten für die Gegend ausserhalb der Küstenlinie erleichtern uns die Entscheidung, noch einen weiteren Tag an der Ostseeküste anzuhängen.
Um die Mittagszeit packen wir unsere Klappsitze um am Strand einen windgeschützten Ort aufzusuchen. So richtig warm will es aber auch dort nicht werden.
Wenn ich entlang der Küstenlinie in Richung Osten laufe, gelange ich nach Meschendorf. Dort angekommen endet der Weg vor einer Barrikade. "Lebensgefahr" steht auf einer Tafel. Gut möglich dass teile des Weges eingebrochen sind. Menschendorf besteht aus ein paar verstreuten Siedlungen. Ich gehe über einen anderen Weg, der mich in einem Bogen durch die blühenden Rapsfelder führt, wieder zurück. Dabei komme ich an alten Grosssteingräbern vorbei - Zeugen einer jungzeitlichen Kultur - rund 3`000 Jahre vor Christus entstanden. Die Gräber stehen auf kleinen, grünen Inseln mitten in beackertem Landgut.

 
Mittwoch, 03. Mai 2017
Früh am morgen verlassen wir den Campingplatz und Fahren über Hamburg in südliche Richtung. Bei Stolzenau queren wir eine Brücke und sehen auf den Campingplatz Stolzenau der direkt an der Weser liegt.
Der Stellplatz direkt am Wasser ist schnell bezogen. Kormorane und Graugänse ziehen über das Gewässer, wobei sich letztere mit lautem Gegacker schon von weitem ankündigen. Ein Lastkahn zieht vorüber und wirft beim nahegelegenen Kieswerk leine. Über eine hunderte Meter langes Transportband wird der Kahn anschliessend beladen. Wir verfolgen das interessante geschehen, bis das Prozedere abgeschlossen ist - und die Bordkante des Kahns nur noch wenige Zentimeter über der Wasserlinie steht.
Ein Spaziergang durch Stolzenau führt uns durch hübsche Einfamilienhaus Siedlungen und einen gut erhaltenen Dorfkern aus mittelalterlichen Gebäuden. Dieser hat einen verheerenden Bombenabwurf der alliierten im Jahre 1944 wie durch ein Wunder überstanden. Der alte Kirchturm der St. Jacobi-Kirche schraubt sich spiralenförmig in die Höhe. Eine lustige Anekdote erzählt davon, dass einst der Teufel versuchte, den Kirchturm aus dem Boden zu reissen. Daraus resultiert die verdrehte Form.
Am Schluss unseres Rundgangs kommen wir zum Burgmannshof. Hier werden wir köstlich bedient.
 
 

Donnerstag, 04. Mai 2017
Wir fahren weiter in südliche Richtung und durchqueren halb Deutschland. Die Autobahn erweist sich hier als verkehrsreiches Bindeglied zwischen dem Norden und den Ballungszentren im Westen Deutschlands. Das Zentrum von Frankfurt kann nur mit einer Feinstaubplakette befahren werden. Wir müssen also die Umweltzone umfahren und gelangen so auf den Campingplatz Mainkur. Bei ströhmendem Donnerregen checken wir ein. Kurze Zeit später sitzen wir unter der Markiese und staunen auf die braue Brühe, welche als Main vor uns vorbeizieht. Ein paar Kanadagänse schwimmern laut gackernd im aufgewühlten Gewässer. Ab- und zu zieht ein Lastkahn oder ein Passagierschiff vorbei. "Das Wasser steigt nur langsam und zur Evakuation bleibt immer genügend Zeit" meint die Campingplatz Betreiberin. Die Skyline von Frankfurt mit den hoch aufragenden Bürogebäuden ist durch die Wolkendecke nur schemenhaft zu erkennen.
Bei einem kurzen Spaziergan hoppeln zwei junge Hasen vor uns her. Morgen wird unsere letzte Station folgen, der Schwarzwald.

 
 
Freitag/Samstag, 05./06. Mai 2017
Die vergleichsweise kurze Etappe führt uns nach Seelbach in Baden-Württemberg. Auf dem hübschen Gelände des Ferienparadies Schwarzwälder Hof geniessen wir einen sonnigen Tag. Ein kurzer Spaziergang führt entlang der Schutter, einem idyllisch dahinfliessenden Gewässer, nach Seelbach. Das niedliche "Entenwägli" ist dekoriert mit mal kitschigen, mal kunstvollen Darstellungen des Namengebers.
Die Ferienanlage besteht zusätzlich aus einem Wellnesbereich. Baumhäuser und kanadische Blockhüten sowie grosszügige Spielplätze würden auch einen längeren Aufenthalt erlauben. Das Haupthaus welches ohne mechanisches Befestigungsmaterial erbaut wurde, ist deutschlands grösstes Naturstammhaus.
In diesem werden wir am Abend bestens verköstigt. Und hier endet unsere aufschlussreiche und interessante Reise durch Deutschland, welches uns viele abwechslungsreiche Gesichter gezeigt hat.